Freitag, 9. Juni 2017

Ein weiterer Nähmaschinentest - Privileg 485

Wie schon in diesem Post angekündigt, habe ich auch noch eine alte Privileg Freiarm Super Nutzstich Nähmaschine Modell 485 von meinem Papa bekommen, die auf einen ausführlichen Test wartete. Darüber habe ich noch nicht geschrieben, wenn der Test auch schon wieder ein paar Wochen her ist.

So sah die Maschine bzw. ihr Koffer aus, als ich sie aus meinem Elternhaus getragen habe:

 Ein Kunstlederkoffer in grün, mit Schaumstoff ausgeschlagen und etwas muffig...

Zuhause habe ich sie dann geöffnet und glücklicherweise alle Dokumente gefunden, sogar den Kassenzettel von Quelle aus dem Jahr 1979 ;-)




Da steht sie nun, noch mit der "Patina" der vergangenen Jahre, also etwas angestaubt! Ich habe das Metallgehäuse mit einem feuchten Tuch und später auch mit Glasreiniger gesäubert. Anschließend die Spulenkapsel von Fusseln und Schmutz befreit, die verharzte Nadelhalterung saubergemacht und alle Knöpfe und Schalter geputzt:




 vorher

 auch vorher...

nachher

Dann ging es los mit dem Probenähen...

Von Anfang an eine schöner Geradstich, da musste ich gar nicht viel einstellen oder ändern!
Selbst die Zeit in der Abstellkammer oder im Keller hat ihr nicht wirklich geschadet. 
Sie müffelt etwas, aber auch das hält sich in Grenzen, da sie nicht in den Koffer zurückkam, sondern immer offen steht.

An der Seriennummer soll man erkennen können, welche Herstellerfirma hinter dieser Privileg steckt. Leider habe ich es nicht rausfinden können..

Ich habe alle Stiche getestet, sie näht ganz wunderbar! Begeistert bin ich auch vom verstellbaren Nähfussdruck, weil ich es von meinen anderen Maschinen - weder der Brother XL 5500 SE noch meiner Singer Quantum Stylist 9960 - nicht kenne. Damit habe ich auch etwas rumprobiert, Jersey und Baumwoll-Webware genäht, ein tolles Feature. Das sollte meine nächste Nähmaschine bitte auch haben! Was mich bei dieser Privileg 485 und auch der Singer Samba 5 etwas stört, sind die "verdrehten" Overlock- bzw. Federstiche. Wenn ich mit meiner Brother oder der QS 9960 nähe, sind die geraden Stiche des Overlockstiches auf der linken Seite, die Versäuberungsstiche auf der rechten Seite. So liegt also die große Stoffmenge "außerhalb" der Maschine und nur die Nahtzugabe liegt im Durchlass der Nähmaschine. Das ist bei diesen beiden alten Maschinen leider genau umgekehrt! So muss man also den großen Stoffwust unter/in die Maschine klemmen, die Nahtzugabe liegt links und man muss umdenken, wie denn nun Bündchen gedehnt oder überhaupt der Stoff festgehalten werden soll. Das ist mir entschieden zu kompliziert! 
Leider fehlt auch das komplette Zubehör, es sind nur ein oder zwei Spulen dabei, sowie der Standardnähfuss. RV-Fuss o.ä. fehlt. Das ist etwas schade. Ich habe schon im Internet nach Ersatzteilen gesucht, bin aber noch nicht recht fündig geworden.

Nichts desto trotz habe ich auch mit dieser Maschine ein Probestück genäht und zwar eine "upcycling-Liv" - aus einem Männershirt in Gr. 60/62 ein passendes Shirt für mich:

Sah in der Vorstellung etwas besser aus... nun ist es ein Schlafanzug-Oberteil ;-)
Weißes Shirt mit Glitzerfedern vom Stoffmarkt und einem mintfarbenen Jersey mit kleinem weißen Muster drauf. Den Kragen habe ich nochmal neu zugeschnitten, da es mir nicht weit genug ausgeschnitten war...
Foto: Jonas Schulz :-)

Fazit: Die Maschine hat ein schönes Stichbild, näht wunderbar leise, hat einen verstellbaren Nähfussdruck und ist sicherlich eine schöne Anfängermaschine! Ich werde sie vorerst behalten!

Besonders da meine QS9960 ja leider nach nur 2 Jahren den Geist aufgegeben hat und es - noch schlimmer - nach nur 7 Jahren nach dem Erstkauf keine Ersatzteile von Singer mehr gibt! Ich bin entsetzt, enttäuscht, traurig, sauer...... und auf der Suche nach einer neuen Maschine.

Herzliche Grüße
Anika

1 Kommentar:

Nina Schmidt hat gesagt…

Ich habe auch meine Mamas alte Nächmaschine. Aber diese Maschine nur Staub ansammelt.