Montag, 23. Dezember 2013

23. Dezember - Morgen Kinder wird's was geben...

Alle Kekse sind gebacken, das Haus ist geputzt, der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind verpackt (die 98% die fertig sind *ohoh*) und ich glaube, Weihnachten kann kommen... Eingekauft haben wir auch.... jaaaa, kann losgehen ;-)

Bevor ich euch morgen ein schönes Weihnachtsfest wünsche und mich für ein paar Tage abmelde, habe ich noch eine letzte Geschichte für Euch. Wieder etwas zum Schmunzeln...



Die Weihnachtsmaus
von Sarah Sofia Granborg

Ausgerechnet in der Weihnachtszeit musste uns so etwas passieren! Ich kam
morgens nichts ahnend in die Speisekammer, da fiel mir eine Packung Cornflakes
auf den Kopf. Einfach so, ohne dass jemand anwesend war! Sie musste wohl nicht
richtig im Regal gestanden haben und war von allein heruntergefallen...
Doch dann erblickte ich das Kräutersalz. Der Deckel war offen, es war
umgefallen und ein Teil des Inhalts lag daneben, auf dem Küchenschrank
verstreut. Als ich schliesslich noch die aufgerissenen Rosinen fand, gab es
keinen Zweifel mehr: wir waren nicht allein im Haus!
Nun wohnen wir nicht erst seit gestern auf dem Lande und sind uns durchaus
bewusst, dass Herbst und Winter die Jahreszeiten sind, in denen die Mäuse in
den Häusern Zuflucht suchen. Aber gerade zu Weihnachten? Wie viel Pech kann man
denn haben?!! Und überhaupt, sie sollten doch schon längst in den Häusern sein!
Warum lief denn da draussen noch immer eine frei herum?
Nun, da half alles nichts, wir mussten schleunigst Fallen aufstellen und sie
bald möglichst fangen. Denn jetzt war es erst. Mit einer Maus in der
Speisekammer ist nicht zu spassen! Es ist Maus gegen Mensch. Entweder bekommt
SIE den Weihnachtsbraten (und -kuchen) oder WIR! Wenn wir das Fest nicht
gänzlich ruiniert wissen wollten, hatten wir schnell zu handeln!
Gesagt, getan. Ich räumte die ganze Kammer leer. Zum einen um zu sehen, wie
umfassend der Schaden war und zum anderen, um alles noch rechtzeitig vor dem
Fest wieder sauber zu haben und die angeknapperten Vorräte ergänzen zu können.
Die Arbeit war mühselig, anstrengend und zeitraubend, denn unsere Speisekammer
ist in der Regel so voll gestopft, dass man damit glatt ein ganzes Regiment für
ein halbes Jahr lang durchbringen könnte. Und zu Weihnachten ist sie ganz
bestimmt nicht leerer!
Endlich war ich fertig, mein Mann hatte die Fallen aufgestellt und sogar das
Fenster war jetzt geputzt! Aber etwas hatte mich stutzig gemacht. Normalerweise
riecht es ‘nach Maus’, wenn man ‘Nager-Besuch’ hat und auch hatte ich keine
Exkremente gefunden. Schon komisch, aber vermutlich war sie noch nicht so lange
in der Kammer gewesen, als ich den Schaden entdeckt hatte und versteckte sich
jetzt hinter Küchenschrank oder Regalen... Wer weiß!
Die Tage verstrichen, der heilige Abend rückte immer näher, aber keine Maus
war in die Fallen gegangen, obgleich der Speisekammerboden einem Mienenfeld
glich.
Wir hatten nur die feinsten Spezialitäten in die Fallen gepackt, von denen wir
wussten, dass eine jede ‘Feinschmecker-Maus’ sie lieben würde: die saftigsten,
frischen Rosinen und winzige ‘After-Eight’-Stückchen!
Inzwischen hatten wir einen weiteren ‘Angriff’ auf das Lebensmittellager
feststellen können. Also es war klar, wir mussten nun energischer zu Werks
gehen! Doch was tun? Verzweifelt wandten wir uns an die ‘Ratten-Frau’, die
Dame, die für solche Problematiken in unserer Gemeinde zuständig ist.
Nein, Ratten hätten wir sicher nicht, meinte sie entschlossen und gab mir
eine Liste über alles mögliche andere Getier, das bei uns Zuschlupf gefunden
haben könnte und riet mir, direkt unter dem Fenster eine Falle aufzustellen,
die das Tier lebendig fangen könnte.
“Und sieh zu, dass es eine richtig grosse Falle ist, denn du weisst nicht, was
sich da alles herumtreiben kann! Es können in der Tat recht grosse Tiere sein”.
Kreidebleich eröffnete ich meinem Mann die Neuigkeiten. Er eilte daraufhin in
den nächsten Baumarkt.
Noch einen Tag bis Heiligabend! Ich hatte langsam die Nase voll vom
täglichen Putzen, ‘Lebensmittel-Wegwerfen’ und ‘wieder-neu-Erstatten’, in der
Hoffnung, dass wir morgen dann doch noch ein gutes und unangeknappertes Mahl
einnehmen würden können!
Am Morgen des heiligen Abends traute ich mich überhaupt nicht mehr in die
Speisekammer. Was nun, wenn gar nichts mehr vom Festtagsessen übrig war? Dann
wäre unser schönes Fest ruiniert, bevor es überhaupt angefangen hatte!
Glücklicherweise bot mein Mann sich an, die Fallen zu überprüfen und kam
alsbald schelmisch lachend zurück.

“Wir haben den Übeltäter gefangen!” rief er freudig aus.
“Wie schlimm ist es?” kreischte ich hysterisch.
“Ist überall Blut? Hat sie alles angefressen? Darf ich den ganzen Heiligabend
wischen und putzen?” Ich war den Tränen nahe.
“Nein, kein Blut, wir haben sie lebendig gefangen und soweit ich sehen kann,
muss sie in die Falle gegangen sein, gleich nachdem sie durchs Fenster gekommen
war... aber du solltest in Zukunft wirklich aufpassen, dass du das Fenster
nicht mehr so weit offen stehen lässt...!” er schaute mich jetzt eher spöttisch
an,
“Ach noch was: Ehe ich es vergesse! Es ist keine Maus, sondern eine Katze!”
“Waaas?!” schrie ich nun noch hysterischer.
Jetzt waren die Kinder dazugekommen und wollten unbedingt den ungebetenen
Besucher begutachten und schliesslich erklang es einstimmig, als sie sahen,
dass es sich noch um ein recht junges und hübsches Kätzchen handelte:
“Mami, Mami dürfen wir die Katze behalten? Ich will auch sonst gar nichts zu
Weihnachten, nur die Katze behalten dürfen!”
Und so kam es, dass wir die verkannte Maus feierlich ins Haus einluden und
zwangsweise in den Kreis der Familie aufnahmen.
Jedoch hat sie sich seither den Spitznamen ‘Mausi’ gefallen lassen müssen!


Herzliche Grüße
Anika

22. Dezember - 4. Advent

Am Vormittag des 4. Advents waren wir in der Lauenbrücker Kirche zum Gottesdienst, den die Pfadfinder mitgestaltet haben. Füchse und Flöhe haben das Friedenslicht in die Kirche gebracht und es anschließend an die Gemeinde verteilt. Dazu hatten sie vorher Teelichtgläser beklebt und mit Drahtbügeln versehen, damit sie gut zu transportieren sind.
Anschließend haben Pfadis und Eltern ein gemeinsames Frühstück als Weihnachtsfeier veranstaltet. Die Flöhe bekamen ihre selbstgebauten Pfefferkuchenhäuschen mit nach Hause, die zum Teil schon im Gemeindehaus "geplündert" wurden! Seit Sonntag duftet es bei uns zuhause ganz lecker nach Pfefferkuchen!
Als wir wieder zuhause waren, haben wir unsere vorbereiteten Kekse ausgestochen und gebacken. Ich hatte 1/2 Portion Ausstecher und eine Portion Ausstecher mit Marzipan fertig gemacht. Viel Lust hatten die Kinder nicht, aber nachher beim Verzieren mit Zuckerguß und Süßkram waren sie doch dabei!

Nun gibt es noch eine Geschichte von mir für Euch - Antonia sucht den Weihnachtsmann von Christina Telker:


Der Sommer neigte sich dem Ende zu, der Herbst zog ins Land ein. Solange die Sonne vom Himmel lachte, hatte Antonia ihren größten Wunsch und Traum etwas vergessen. Jetzt wo es kühler wurde, musste sie immer wieder daran denken. Nun saß sie einsam auf ihrer kleinen Bank vor dem Haus und grübelte über ihren Traum nach. „Was hast du? Du siehst so traurig aus“ fragte ihr kleines Häschen und schaute seine große Freundin fragend an. „Du kannst mir sicher auch nicht helfen“ antwortete Antonia „ich möchte einmal den Weihnachtsmann bei seiner Arbeit beobachten und ihm helfen. Keiner kennt jedoch den Weg und keiner kann mir helfen.“ „Vielleicht kann ich dir doch helfen“ tröstete das kleine Häschen. „Ich kann ja mal meine Freunde draußen im Walde fragen.“ „Würdest du das für mich tun?!“ staunte Antonia. „Aber gerne, du bist doch meine Freundin! Nun lass den Kopf nicht mehr hängen, freu dich wie schön die Blätter tanze. Hole deinen Drachen, er steigt bestimmt bei dem Wind und heute Nacht hoppel ich in den Wald und frage mal die anderen Tiere.“
Antonia freute sich über die Aussicht und holte auch tatsächlich ihren Drachen, stieg damit auf den Berg und sah seinem gleiten zu.“ Schnell verging der Tag, Antonia träumte davon wie ihr kleiner Freund durch den Wald zu den Tieren ging. Zuerst schaute sich Hopps im Walde um und versuchte Witterung aufzunehmen. „Wo finde ich die Anderen überlegte er.“ Weiter ging es in leisen Sprüngen. Er hielt wieder inne, und schnüffelte nach allen Seiten. „Da? War da nicht etwas?“ noch etwas weiter, dem Geruch nach, wagte er sich in den Wald. Dann sah er fast vor sich, einen Hirsch stehen. Hopps trommelte seine Nachricht auf den Waldboden. Sie hieß „Großer Hirsch, kannst du helfen? Ich suche den Weihnachtsmann, weißt du wo er wohnt?“. Da der Hirsch die Sprache der Hasen versteht, antwortete er mit einem Röhren. „Ich kenne ihn nicht, aber mein Bruder der Elch könnte ihn kennen. Ich werde ihn fragen, wenn es dir so wichtig ist. „Es ist mir sehr wichtig, da meine beste Freundin Antonia sonst traurig ist und ich habe ihr Hilfe versprochen.“ „Komm in zwei Tagen wieder“ antwortete der Hirsch „dann werde ich dir Antwort geben können.“ Der Hirsch machte sich sogleich auf den Weg. An hohen Tannen vorbei, durch dichtes Gestrüpp setzte er in großen Sprüngen zu seinem Bekannten dem Elch. Dieser war nicht gerade begeistert von der Bitte die Adresse des Weihnachtsmannes preiszugeben. „Du weist, dass keine Kinder zum Weihnachtsmann dürfen, sie sehen ihn, wenn er zu ihnen kommt, aber nicht vorher. Und helfen, ha, ha, ha, dafür hat er seine Zwerge.“ Brummte er lachend. „Hopps hat gesagt, dass Antonia ein besonders liebes Mädchen ist“ bat der Hirsch weiter. „Gut, ich werde es testen. Bringe sie, wenn der Mond sich wendet zu mir dann werde ich entscheiden, ob sie zum Weihnachtsmann darf oder nicht.“ „Danke“ ich werde pünktlich sein verabschiedete sich der Hirsch.
Als zwei Tage später Hopps zu ihm kam, konnte der Hirsch ihm diese gute Nachricht mitteilen. Wie freute sich erst Antonia, als ihr Hopps erzählte was er erreicht hatte. Sie war so aufgeregt, dass sie die nächsten Abende kaum einschlafen konnte. Und dann war es endlich soweit, Hopps führt sie bis zum Waldrand, wo der Hirsch schon auf die beiden wartete und Antonia durfte auf seinen Rücken steigen. Schnell wie der Wind ging es durch den Wald bis sie beim Elch waren.

„Na, da bist du ja, Antonia“ empfing sie der Elch „du möchtest also unbedingt zum Weihnachtsmann in seine Werkstatt?! Was wünschst du dir eigentlich zum Fest?“ „Das ist mein größter und einzigster Wunsch“ antwortete Antonia. „Wenn du aber nun einen Wunsch frei hättest“ beharrte der Elch weiter. „Dann würde ich mir für meinen kleinen Bruder eine Eisenbahn wünschen. Wie würde er sich freuen und ich hab ihn sehr lieb!“ „Damit hast du die Prüfung bestanden“ freute sich der Elch. „Welche Prüfung?“ wurde Antonia jetzt neugierig. „Wenn jemand zum Weihnachtsmann möchte, sollte auch selbstlos an andere denken. Du hast an Deinen Bruder gedacht und nicht nur an dich. Der Weihnachtsmann arbeitet das ganze Jahr für andere, um Erwachsenen und Kindern Freude zu bereiten. Wer ihm hilft, sollte auch ein Herz für andere haben. So nun wollen wir uns auf den Weg zum Weihnachtsmann machen. Jetzt durfte Antonia auf dem Rücken des Elches Platz nehmen und der Ritt ging weiter. Tiefer ging es in den Wald hinein, immer dichter standen die dickbeschneiten Bäume. Nur weil sich Antonia fest an den Hals des Elchs anschmiegte, wurde sie nicht von den ihr entgegenwehenden Ästen vom Rücken ihres Reittieres heruntergeholt.
Nun waren sie bei der Werkstatt des Weihnachtsmannes angekommen. Zuerst wurden sie von einem Zwerg begrüßt, der schon auf Antonia gewartet hatte. Er führte sie nun ins Reich der Weihnacht. „Hierher dürfen nur ganz wenige Menschen, dir Antonia ist es erlaubt. Jedoch darfst du nie darüber zu deinen Freundinnen sprechen, es bleibt unser Geheimnis. Versprichst du mir das?“ „Ja, das verspreche ich, geglaubt hätte es mir sowieso niemand, weil kein Kind das ich kenne je hier war.“ „Da hast du recht, aber jetzt komm rein.“ Beide betraten jetzt einen großen Saal in dem es von weihnachtlicher Musik summte und die Düfte von Zimt und Pfefferkuchen lagen in der Luft. Antonia sah sich vorsichtig und staunend nach allen Seiten um. „Oh, wie wunderschön ist es hier!“ rief Antonia immer wieder. Dann sah sie den Weihnachtsmann, wie er auf einem viele Meterlangen Wunschzettel Wunsch für Wunsch abhakte. Viele Päckchen lagen auf verschieden Bergen aufgeschichtet. Die Zwerge waren fleißig bei der Arbeit. Puppen wurden neu angezogen, Teddys mit Holzwolle ausgestopft, in der Wichtelküche waren Zwergenbäcker dabei die Plätzchen und Pfefferkuchen zu verzieren. Antonia konnte sich nicht satt sehen an all den schönen Dingen. Kleine Englein halfen den Zwergen. Einige übten kräftig Weihnachtslieder ein, damit ihr Chor am Heiligen Abend besonders gut klingen würde. Ein Anderes versorgte den Esel von Knecht Ruprecht. Antonia wusste gar nicht wo sie zuerst hinschauen sollte. „Na wie gefällt es dir bei uns?“ fragte sie jetzt der Weihnachtsmann. „Danke, danke, das ich all die schönen Dinge einmal sehen durfte.“ Strahlte Antonia übers ganze Gesicht. „Nun wird es aber Zeit nach Hause zu gehen“ erinnerte der kleine Zwerg, der Antonia die ganze Zeit begleitet hatte. „Schade, wie schnell doch die Zeit vergeht“. Antonias Mund entschlüpfte ein Gähnen. „Na komm, die heutige Nacht soll noch einen besonderen Abschluss haben“ meinte der Weihnachtsmann. „Ich habe die Rentiere schon einspannen lassen. Komm steig ein.“ Antonia konnte gar nicht so schnell staunen wie der Rentierschlitten durch die Luft sauste und vor ihrem Haus landete. „Gute Nacht und danke!“ Konnte Antonia gerade noch rufen, als alles vorbei war und sie zu Hause in ihrem Bett lag. Als sie die Augen aufschlug, lag neben ihr auf dem Kopfkissen ein Pfefferkuchenherz. Antonia überlegte, hatte sie das Alles nur geträumt in der letzten Nacht, oder war sie beim Weihnachtsmann gewesen. Auf alle Fälle war es wunderschön.  



Herzliche Grüße
Anika

21. Dezember

Wieder hatte ich am WE keine Zeit, meine Türchen zu posten, daher gibt's jetzt gleich 3 auf einmal...
Am Samstag bin ich nämlich mit den Kindern nach Hamburg zum Weihnachtsmarkt auf den Rathausmarkt gefahren, wie geplant. Es war richtig schön und sogar die Kleine hat gut durchgehalten, war lieb und ist nicht verloren gegangen ;-)
Wir haben uns die Weihnachtsparade durch die Mönckebergstrasse angesehen und waren im Bärentreff zum Gummibärchen kaufen!
Eigentlich hatten wir geplant, mit dem Zug zu fahren, haben uns dann aber doch für P&R und S-Bahn entschieden, so waren wir flexibler.
Es war der letzte Adventssamstag und außerdem fand in Hamburg eine Demo statt - es war also ziemlich voll, aber auch gut gesichert (Polizei soweit das Auge blickte)!

Vorher hatte ich noch schnell 2 Keksteige für Ausstecher vorbereitet, damit sie schonmal durchkühlen können. Gebacken haben wir sie aber nicht mehr, sogar die Kinder wollten nur noch auf's Sofa oder gleich ins Bett!

Als Gute-Nacht-Geschichte haben wir "Das Geheimnis der Weihnachtswichtel" von Sven Nordqvist gelesen - ein wunderschönes Buch, das ich jedem - ob Klein oder Groß - empfehlen kann. Wer jetzt noch ein Geschenk braucht.... aber das habt ihr doch bestimmt schon alle erledigt ;-)

Herzliche Grüße
Anika

Freitag, 20. Dezember 2013

20. Dezember

Es geht nun haarscharf auf Weihnachten zu, wir haben immer noch nur 2 Sorten selbstgebackene Kekse, die Geschenke sind zum großen Teil noch nicht eingepackt und auf dem Weihnachtsmarkt war ich bisher auch noch nicht....
Dafür sind heute aber schon 2 Pakete per Post rausgegangen - eines gaaaaaaanz weit weg und das andere bleibt im Landkreis ;-)
Achjaaaa, einen Baum haben wir seit heute auch im Schuppen stehen! Das Puzzeltrinchen stellte sofort im Auto fest "Jetzt ist Weihnachten!" und beim Mittagsschlaf "Und wenn ich wieder aufwache, dann ist Weihnachten!"... Ähm nein, wir müssen dich enttäuschen, kleiner Schatz, das dauert noch 4 Tage ;-)
Eigentlich wollte ich ja längst fertig sein an der Nähmaschine, aber ich habe dann doch noch einen Auftrag über 2 Weihnachtsgeschenke bekommen - für mein Patenkind und ihre kleine Schwester darf ich 2 Kamerataschen nähen und auch schenken! Perfekt, wo ich bei den beiden eh keinen Schimmer hatte *hihi* Ich habe mich erstmal für Taschen nach dieser Anleitung von Amy à la Mode entschieden. Der erste Zuschnitt ging gleich mal in die Hose und anständiges Schrägband habe ich auch nicht, ob das noch was wird? Meines ist zu schmal, um meine Stoffauswahl anständig zu fassen, nur 12mm breit. Ich probiere weiter...
Morgen möchte ich gerne auf einen Weihnachtsmarkt nach Hamburg fahren, der Historische auf dem Rathausmarkt ist immer so schön und das Puzzeltrinchen würde so gerne mal Zug fahren... Leider geht's meinem Männe erkältungstechnisch wieder etwas schlechter und er soll doch Weihnachten richtig fit sein... Ob ich das mit den beiden nun alleine mache - ich weiß nicht!

Zum Abschluss des heutigen Tages gibt es noch eine nachdenkliche Geschichte von O. Henry:



Das Weihnachtsgeschenk

Ihr ganzes Vermögen war 1 Dollar, 87 Cent, davon 60 Cent in Pennystücken. Alles mühsam zusammengekratzt und gespart. Und morgen war Weihnachten. Nichts blieb übrig, als sich auf die kleine, schäbige Couch zu werfen und zu heulen. Das tat Della denn auch, und es beweist uns, daß sich das Leben eigentlich aus Schluchzen, Seufzen und Lächeln zusammensetzt, wobei das Seufzen unbedingt vorherrscht. Inzwischen betrachten wir das Heim etwas näher. Es ist eine kleine möblierte Wohnung zu acht Dollar in der Woche. Sie sieht nicht gerade armselig aus, ist davon aber auch nicht allzu weit entfernt. Unten im Hausflur hängt ein Briefkasten, in den niemals Briefe geworfen werden; daneben steckt der Knopf einer elektrischen Klingel, der kaum jemand je einen Ton abschmeichelt. Weiter befindet sich dort auch eine Karte, die den Namen "Mr. James Dillingham Young" trägt. Dieses "Dillingham" war während einer Zeit vorübergehen den Wohlstandes ins Leben gerufen worden, als sein Besitzer dreißig Dollar in der Woche verdiente. Jetzt, da das Einkommen auf zwanzig Dollar zusammengeschrumpft ist, muten die Buchstaben von "Dillingham" etwas verschwommen an, als ob sie ernstlich beabsichtigten, sich zu einem bescheidenen anspruchslosen "D" zusammenzuziehen. Wenn aber Mr. J.D.Y. jeweils seine Etage erreichte, so wurde er "Jim" gerufen und von Frau J.D.Y., uns bereits als Della bekannt, zärtlich umarmt, womit das Buchstabenproblem unwichtig wurde. Somit ist alles in bester Ordnung.
Della hörte zu weinen auf und tröstete ihre Wangen mit der Puderquaste. Sie stand am Fenster und schaute bedrückt einer grauen Katze zu, die im grauen Hinterhof über einen grauen Zaun balancierte. Morgen war Weihnachten, und sie hatte nur das wenige Geld, um Jim ein Geschenk zu kaufen.
Im Zimmer hing zwischen den Fenstern ein Spiegel. Wie hingewirbelt stand Della plötzlich mit hell leuchtenden Augen vor ihm. Rasch löste sie ihr Haar und ließ es in seiner ganzen Länge fallen.
Im Besitze der J.D.Y.s gab es zwei Dinge, in die sie ihren ganzen Stolz setzten. Das eine war Jims goldene Uhr, die vor ihm seinem Vater und seinem Großvater gehört hatte. Das andere war Dellas Haar. Hätte in der Wohnung jenseits des Hofes die Königin von Saba gewohnt, Della hätte ihr Haar zum Trocknen aus dem Fenster gehängt, einzig und allein, um die Juwelen und Schmuckstücke ihrer Majestät wertlos erscheinen zu hassen. Und wäre König Salomon mit all seinen aufgestapelten Schätzen selbst Concierge des Hauses gewesen, Jim hätte jedes Mal beim Vorbeigehen seine Uhr gezückt, um zu sehen, wie König Salomon sich vor Neid den Bart ausrupfte.
So fiel Dellas Haar wie ein goldener Wasserfall glänzend und sich kräuselnd an ihr herab. Es reichte ihr bis unter die Knie und formte beinahe einen Mantel. Mit nervösen Fingern steckte sie es rasch wieder auf. Einmal zögerte sie einen Augenblick. Zwei Tränen fielen auf den abgetragenen roten Teppich. Sie schlüpfte in die alte braune Jacke, setzte den alten braunen Hut auf und huschte, immer noch das glänzende Leuchten in den Augen, zur Tür hinaus, die Treppen hinunter und durch die Straße. Sie stand erst still, als sie bei einem Schild anlangte, auf dem zu lesen war: "Mme. Sofronie, An- und Verkauf von Haar aller Art." In einem Satz rannte Della ein Stockwerk hinauf; keuchend hielt sie an und fasste sich. Madame, groß, massig, zu weiß gepudert, sehr kühl, sah kaum aus, als wäre sie "Sofronie".
"Kaufen Sie mein Haar?" fragte Della. "Ich kaufe Haar", sagte Madame. "Nehmen Sie den Hut ab und zeigen Sie, was Sie haben." Herunter rieselte der braune Wasserfall. "20 Dollar", mit geübter Hand wog Madame die Masse.
"Geben Sie es, rasch", sagte Della. Oh, und die zwei folgenden Stunden vergingen wie auf rosigen Schwingen. Vergessen war die zermürbende Vorstellung der fehlenden Haare. Sie durchstöberte die Läden auf der Suche nach Jims Geschenk. Endlich fand sie es. Sicher war es für Jim und niemand anders gemacht. Nichts kam ihm gleich in keinem der Läden. Es war eine Platin-Uhrenkette, einfach und geschmackvoll in Form und Zeichnung. Sie war es sogar wert, die Uhr zu ketten. Sobald Della die Kette sah, wusste sie, daß sie Jim gehören musste. Sie war wie er. Einundzwanzig Dollar nahmen sie ihr dafür ab, und mit den 87 Cent eilte sie heim. Mit dieser Kette au seiner Uhr durfte Jim in jeder Gesellschaft so eifrig, wie er wollte, nach der Zeit sehen. So schön die Uhr war, schaute er nämlich manchmal scheu darauf, weil das alte Lederband, das er an Stelle einer Kette benützte, so schäbig war.
Als Della zu Hause ankam, ließ ihr Taumel nach, und sie wurde etwas vernünftig. Sie holte ihre Brennschere heraus, zündete das Gas an und machte sich daran, die Verheerung, die Großmütigkeit zusammen mit Liebe angerichtet hatte, wieder gut zu machen, was immer eine Riesenarbeit ist, liebe Freunde - eine Mammutaufgabe.
Nach vierzig Minuten war ihr Kopf mit kleinen, nahe beisammen liegenden Löckchen bedeckt, die ihr ganz das Aussehen eines Lausbuben gaben. Lange schaute sie ihr Bild an, das der Spiegel zurückwarf, kritisch und sorgfältig. "Wenn Jim mich nicht tötet", sagte sie zu sich selbst, "bevor er mich ein zweites Mal anschaut, so wird er sagen, ich sehe aus wie ein Chormädchen von Coney Island. Aber was konnte ich tun - oh, was konnte ich tun mit 1 Dollar und 87 Cent?"
Um sieben Uhr war der Kaffee gemacht, und die heiße Bratpfanne stand hinten auf dem Ofen, bereit, die Koteletts aufzunehmen, die darin gebraten werden sollten.
Jim kam nie spät. Della nahm die Kette in die Hand und setzte sich auf den Tisch bei der Türe, durch die er immer hereinkam. Dann hörte sie entfernt seinen Schritt im ersten Stockwerk, und für einen Augenblick wurde sie ganz weiß. Sie hatte die Gewohnheit, im stillen kleine Gebete für die einfachsten Alltagsdinge zu sagen, und sie flüsterte vor sich hin: "Lieber Gott, mach, daß er denkt, ich sei immer noch hübsch."
Die Tür öffnete sich. Jim kam herein und schloss sie. Er war mager und hatte ein sehr ernstes Aussehen. Armer Kerl, erst zweiundzwanzig und schon mit einer Familie beladen. Er hätte dringend einen neuen Mantel gebraucht und hatte keine Handschuhe. - Jim blieb an der Tür stehen so unbeweglich wie ein Jagdhund, der eine Fährte wittert. Seine Augen waren auf Della gerichtet und hatten einen Ausdruck, den sie nicht deuten konnte und der sie erschreckte. Es war nicht Ärger. Della sprang vom Tisch herunter und lief auf ihn zu.
"Jim, Lieber", rief sie weinend, "schau mich nicht so an. Ich ließ mein Haar abschneiden und verkaufte es, weil ich es nicht ausgehalten hätte, ohne dir ein Geschenk zu Weihnachten zu geben. Es wird wieder nachwachsen. Du bist nicht böse, nicht wahr? Ich musste es einfach tun. Mein Haar wächst unheimlich schnell. Sag >Fröhliche Weihnachten<, Jim, und lass uns glücklich sein. Du weißt ja gar nicht, welch schönes - wunderbar schönes Geschenk ich für dich habe."
"Dein Haar hast du abgeschnitten?" fragte Jim mühsam, als hätte er selbst mit der strengsten geistigen Arbeit diese offensichtliche Tatsache noch nicht erfasst.
"Abgeschnitten und verkauft", sagte Della. "Verkauft ist es, sag' ich dir, verkauft und fort. Heute ist doch Heiliger Abend, du. Sei lieb, es ist doch für dich. Sei lieb, ich gab es ja für dich weg. Es kann ja sein, daß die Haare auf meinem Kopf gezählt waren", fuhr sie mit plötzlicher, ernsthafter Verliebtheit weiter, "aber niemand könnte je meine Liebe zu dir zählen. Soll ich jetzt die Koteletts auflegen, Jim?"
Nun schien Jim rasch aus seinem Trancezustand zu erwachen. Er nahm Della in seine Arme. Für zehn Sekunden wollen wir mit diskreter Genauigkeit irgendeinen belanglosen Gegenstand in entgegengesetzter Richtung eingehend betrachten. Acht Dollar in der Woche oder eine Million im Jahr - was ist der Unterschied? Ein Witzbold und ein Mathematiker würden uns beide eine falsche Antwort geben. Indessen zog Jim ein Päckchen aus seiner Manteltasche und warf es auf den Tisch.
"Du musst dir über mich nichts Falsches vorstellen, Della", sagte er. "Ich glaube, da gäbe es kein Haarschneiden, Dauerwellen oder Waschen in der Welt, das mich dazu brächte, mein Frauchen weniger zu lieben. Aber wenn du das Paket da auspackst, wirst du sehen, warum ich mich zuerst eine Weile nicht erholen konnte."
Weiße Finger zogen an der Schnur, rissen am Papier. Ein begeisterter Freudenschrei. Und dann - o weh ein rascher, echt weiblicher Wechsel zu strömenden Tränen und lauten Klagen erforderte die Anwendung sämtlicher tröstender Kräfte und Einfälle des Herrn des Hauses. Denn da lagen sie, die Kämme - die Garnitur von Kämmen, seitlich und rückwärts einzustecken, die Della so lange im Schaufenster einer Hauptstraße bewundert hatte. Fabelhafte Kämme, echtes Schildpatt, mit echten Steinen besetzt - gerade in den Farbtönen, die in dem wundervoll verschwundenen Haar so schön gespielt hätten. Es waren teure Kämme. Sie wusste es. Mit ganzem Herzen hatte sie diese Wunder begehrt. Und jetzt gehörten sie ihr, aber die Zöpfe, die mit diesen begehrenswerten Schmuckstücken hätten geziert werden sollen, waren fort.
Trotzdem drückte sie sie an ihr Herz, und endlich konnte sie auch mit verschleierten Augen aufsehen und lächelnd sagen: "Mein Haar wächst ja so schnell, Jim!"
Und dann sprang Della auf wie eine kleine Katze, die sich gebrannt hat, indem sie immerzu "Oh, oh" rief. Jim hatte ja sein wunderschönes Geschenk noch nicht gesehen. Sie hielt es ihm auf der offenen Hand eifrig entgegen. Das wertvolle, matt glänzende Metall schien ihre heitere und feurige Seele widerzuspiegeln.
"Ist es nicht großartig - das einzig Wahre? Ich habe danach gejagt, bis ich es fand. Du wirst jetzt jeden Tag hundertmal sehen müssen, wie viel Uhr es ist. Gib mir deine Uhr, ich muss sehen, wie die Kette daran aussieht."
Anstatt zu gehorchen, machte es sich Jim auf der Couch bequem, legte die Hände hinter den Kopf und lächelte.
"Della", sagte er, "wir wollen unsere Weihnachtsgeschenke noch für einige Zeit aufbewahren, sie sind zu schön, als daß wir sie jetzt gebrauchen könnten. Denke, ich habe die Uhr verkauft, um das Geld für deine Kämme zu erhalten. Und jetzt, glaub' ich, ist es das Beste, du stellst die Koteletts auf."
 
Herzliche Grüße
Anika

19. Dezember

Heute war wieder viel los im Krimskramspalast - beide Kinder hatten Nachmittags Schul-, Kindergarten- und/oder Freizeitaktivitäten! Das Puzzeltrinchen hatte Weihnachtsfeier in der Kindergartengruppe und anschließend Abschlussgottesdienst in der Kirche und Junior parallel Ganztagsangebot und Pfefferkuchenhäuschen zusammenbauen mit den Pfadfindern. Wie gut, daß Mama und Papa jeweils ein Auto besitzen...
Morgen dann nur noch einen Tag überstehen und dann sind Weihnachtsferien in Niedersachsen! Ich denke, ich werde nochmal Keksteig machen und Ausstecher mit den Kindern backen...

Zum Abschluss des Tages - naja, der 19. ist schon vorbei... aber erst seit rund einer halben Stunde - bekommt ihr noch eine Geschichte von mir:



DAS ENGLEIN SILBERHAAR

"Faule Englein, die nur Schabernack im Kopf haben, können wir im Himmel nicht gebrauchen", safte Petrus mit donnernder Stimme und blickte das kleine Englein streng an. "Heute ist der Heilige Abend, da muss jedes Weihnachtsengelein den Menschen eine Freude machen. Also, marsch auf die Erde mit dir! Mach deine Sache gut, dann lasse ich dich wieder herein - dann will ich auch all den Unsinn vergessen, den du angestellt hast!" RUMMS! schlug dem Englein die Tür vor der Nase zu und es stand draußen.
Das Englein klimperte erschrocken mit den Flügeln und flog zur erde hinunter. Da war alles tief verschneit und wenn es kein Englein gewesen wäre, hätte es in dem dünnen Kleid sicher furchtbar gefroren. Da klang durch die klare Winternacht ein helles Läuten an sein Ohr. Das ist gewiss der Weihnachtsmann, dachte das Englein. Schon kam der Schlitten angesaust.
Zwei weiße Pferde zogen ihn und darin saß tatsächlich der Weihnachtsmann. "Du hast dich wohl verlaufen?" fragte er, als er das Englein erblickte. Das Englein schämte sich sehr, dennoch sagte es die Wahrheit: "Petrus hat mich aus dem Himmel ausgesperrt. Nur, wenn ich einem Menschen eine Weihnachtsfreude mache, darf ich wieder hinein." Der Weihnachtsmann kniff ein Auge zu und schmunzelte. "Frech gewesen, hm?" fragte er. "Na, steig auf!"
Das Englein war sehr froh, dass es den Weihnachtsmann getroffen hatte. Schnell setzte es sich auf den Schlitten. Dann fuhren die beiden in den nächsten Tannenwald und suchten die schönsten Bäumchen aus, um sie zu schmücken und den Menschen zu bringen. Der Weihnachtsmann holte einen großen sack von seinem Schlitten und schüttete allerlei bunten Weihnachtsschmuck in den Schnee. Den hängten das Weihnachtsenglein und er dann zwischen die grünen Zweige.
Aber als aller weihnachtsschmuck verbraucht war, stand noch ein Bäumchen mit leeren Zweigen da. Ratlos kraulte der Weihnachtsmann seinen Bart und das Englein machte ein bestürztes Gesicht. Dann hatte es eine Idee. Es steckte die goldenen Sterne von seinem Kleidchen zwischen die Zweige und hängte sein silbernes Engelshaar darüber. Das sah schon recht schön aus, aber das Englein war noch nicht zufrieden. Es nahm den Silberstaub von seinen Flügeln und stäubte ihn über die Zweige. "Das ist das schönste Weihnachtbäumchen, das ich in meinem langen Leben gesehen habe", sagte der Weihnachtsmann und streichelte dem Englein über sein zerrupftes Köpfchen. "Jetzt hilf mir, den Schlitten zu beladen, damit wir die Gaben zu den Menschen bringen können."
Bald war alles im Schlitten verstaut und die weißen Pferde trabten an. Mit Schellengeläute ging es dahin. Bald sah das Englein die ersten erleuchteten Fenster durch die Nacht blinken und - huii - schon kam der Schlitten mitten im Dorf zum Stehen. Aus vielen Fenstern fiel schon der goldene Weihnachtsschimmer, doch es gab auch ein paar Fenster, da merkte man gleich, dass der Schimmer fehlte. Dorthin brachte der Weihnachtsmann die geschmückten Bäumchen. Zum Schluss war nur noch das Bäumchen mit dem Engelshaar übrig. "Das ist dein Bäumchen", sagte der Weihnachtsmann. "Du darfst es selbst zu den Menschen bringen." Zuerst sah das Englein etwas ratlos aus, doch dann entdeckte es am Ende des Ortes ein Häuschen, wo überhaupt nichts von einem Weihnachtsschimmer zu bemerken war. Dorthin ging es mit seinem Bäumchen. Unbemerkt stellte es dieses ins Zimmer, dann ging es geschwind vors Haus zurück und stellte sich ans Fenster. Wie freuten sich die Kinder, als sie das Bäumchen entdeckten! Das Englein freute sich auch.
"Das hast du gut gemacht!" lobte der Weihnachtsmann. "Ich glaube, dass der Petrus mit dir zufrieden ist und dich wieder in den Himmel lässt. Viel Glück, kleines Englein! Bestimmt sehen wir uns im Himmel wieder!" Und während der Weihnachtsmann mit seinem leeren Schlitten dahinfuhr, schwebte das Englein mit glücklichem Herzen zurück in den Himmel.
Dort klopfte es an das große Himmelstor. Der Petrus war recht erstaunt, als er das zerrupfte Englein sah. "Schon wieder Dummheiten gemacht?" knurrte er. "Wie siehst du denn aus? Wo sind deine haare und die Sternchen von deinem Kleid? Wo ist der Silberstaub von deinen Flügeln?" - "Ich habe ein Weihnachtsbäumchen damit geschmückt" sagte das Englein bescheiden. "Darf ich nun wieder in den Himmel?" Der Petrus war berührt. "Komm rein!" brummte er. Er ließ dem Englein neue Sterne aufnähen und gab ihm Silberstaub für seine Flügel - und die Haare wuchsen wieder!

 aus "Mein großes Weihnachtsbuch" (Pestalozzi-Verlag) geschrieben von Sigrid Lüddecke

Herzliche Grüße
Anika

Mittwoch, 18. Dezember 2013

18. Dezember

Ich glaub, wir schaffen es alle Bastelkalender rechtzeitig zu Weihnachten fertig zu haben! Heute nachmittag noch ein Kalenderblatt mit dem Puzzeltrinchen und dann kann der für Uroma per Post auf die Reise gehen.

Heute habe ich noch eine Geschichte für euch - ich habe sie schon oft vorgelesen:


Wie die Nadelbäume entstanden sind


Es war einmal ein kleiner Waldgeist, Jullni von Namen, ein rechter Schelm. Er hatte Haar, das so fest war wie die Zweige eines Vogelnestes, und so strubbelig wie ein Weizenfeld, durch das der Hagel gefahren ist. Die Tiere des Waldes liebten ihn, denn er war gütigen Herzens und reinen Verstandes. Dass er mitunter seine Streiche mit ihnen trieb, verziehen sie ihm, war es doch Schabernack, bei dem niemand zu Schaden kam. Wütend wurde er nur, wenn Menschen seinen Wald betraten und ihm wehtaten: Zweige abbrachen oder den weichen, duftenden Waldboden mit ihrem Unrat verzierten. Dann hüpfte er mit feuerrotem Kopf zwischen die dichten Äste und bewarf die Menschen mit Kieseln und Zapfen, Eicheln und Kastanien. Dabei jaulte er wie der Freund Wolf, schauerlich und klagend, sodass die Menschen Angst bekamen und flohen.

Täglich streifte er durch seinen Wald, fröhlich springend, pfiff in der Stimme des Windes und sang mit den Klängen der Vögel, ritt auf dem Rücken des Fuchses und teilte mit dem Eichhörnchen das Mahl. Er planschte in dem kleinen angrenzenden See und ließ sich von sanfter Brise über die Wasseroberfläche treiben. Oder er kletterte auf einen hohen Felsen, schloss die wachen Knopfaugen und breitete die Arme aus, bis der Adler ihn vorsichtig, aber festen Griffes ein Stück mitnahm.

Jullni liebte alle Bäume seines Waldes. Er presste oft seine Wange am die Rinde und schloss seine Arme um den Stamm, fühlte die rauhe Haut der mächtigen und alten Gefährten. Er liebte die weisen Eichen, deren starker Wuchs ihn beeindruckte. Er liebte die Buchen, in deren Krone er Fangen spielte mit den flinken Eichhörnchen, die Kastanien, mit deren kugelrunden Früchten er murmelte. Selbst die schlanken Birken, die oft schnell eingeschnappt waren, wenn er einen seiner Scherze trieb, hatte er in sein Herz geschlossen, war es doch gerade die Vielfalt der verschiedenen Bäume, die seinem Wald den einzigartigen Charakter und das unverwechselbare Gesicht gaben.

Doch einen Baum liebte der kleine Waldgeist besonders. Auf ihm verbrachte er mitunter ganze Tag und Nächte, streckte sich auf den Ästen lang aus oder kletterte bis zum höchsten Wipfel der Krone. Der Baum war alt und weise, hatte viel kommen und gehen sehen, und Jullni lauschte gern seinen Geschichten, mit geschlossenen Augen und auf einem Grashalm kauend.

An einem heißen, stillen Spätsommertag- Jullni hatte gerade ein paar Eckern geknabbert- baumelte er kopfunter am starken Arm seines Baumes und schaukelte ausgelassen. Skalla - so hatte Jullni seinen Baum mit deren Zustimmung genannt- ächzte.
„He, kleiner Jullni Wirbelwind, meine müden Äste werden langsam schwer. Sei nachsichtig mit einer alten Dame wie mir.“
„Ach Mutter Skalla, das Leben ist so schön! Schau, wie die Sonne lacht vom hellen Himmel. Sie wird dir gut tun und dich wärmen.“
Dabei strich Jullni sanft über Skallas Rinde und lächelte.
„Bald schon wird die Sonne schlafen gehen für lange Zeit und Frostir wird Einzug halten. Es wird wieder die Zeit der Kälte, denn es ist das uralte Gesetz von Vergehen und Entstehen. Schau, wie emsig die Eichlinge jetzt schon sammeln. Es wird ein harter Winter in diesem Jahr.“
Mittlerweile hatte sich Jullni erhoben und stand auf dem starken Ast, an dem er soeben noch geschaukelt hatte. „Ach, gute Skalla, ich bleibe in diesem Winter bei dir, wir werden uns Geschichten erzählen und es uns gut gehen lassen...“

„Kleiner unbeschwerter Jullni“, lächelte Skalla, „du wirst den Winter in der warmen Höhle mit Grauling und seiner Familie verbringen und dein vorwitziges Näschen im Warmen halten, während ich schlafe. Obwohl es mich der Gedanke reizt, zu sehen, was Frostir treibt...“
Letzten Satz raunte Skalla mehr, als sie ihn sprach, doch Jullnis wache Ohren verstanden jedes Wort. „Also abgemacht, wir werden den Winter sehen!“

Der alte Baum lachte, und seine schon blassgrün gewordenen Blätter erzitterten wie ein Kind, das bei bitterer Medizin erschaudert. „Kleiner Waldgeist, lieber leichtmütiger Jullni, der du so unbeschwert bist! Du weißt, dass ich selbst ruhen werde in den kommenden Tagen, meine Blätter abstreife und mich tief in die Erde zu meinen Wurzeln zurückziehe. Ich werde wie tot sein, um nach langem Schlafe bei Freyas Erwachen zu leben und zu blühen. Meine Haut wird hart und kalt sein, ehe die Sonne die Kraft zurückerhält, das Leben voranzutreiben. Lausche nur, ich höre schon jetzt der Espe Jammern und Wehklagen.“
„Ich lasse dich nicht allein und wir werden dem Eisbringer die lange Nase zeigen!“ Um sein Vorhaben zu unterstreichen, streckte Jullni seine Zunge gegen den nicht vorhandenen und entfernten Boten von Schnee und Kälte heraus.
„Reize Frostir nicht, Wildfang! Nein, kleiner Gefährte, der mich täglich mit seiner Neugier und Unbefangenheit erfreut, es geht nicht! Du würdest erfrieren, ist deine Haut doch weich und zart und dünn.“
Traurig senkte Jullni den Kopf. Dann, nach einer Weile des Schweigens murmelte er: „Ich finde einen Weg.“

Die Tage würden kürzer und spürbar kühler. Der Herbstwind fegte die Blätter unbarmherzig von den Ästen der Bäume, die bald nackt und zitternd dastanden und im Gegensatz zu der sonst so blühenden, lebendigen Pracht trist und traurig schienen. Jullni zermarterte sich den kleinen Kopf, was er tun könne. Skalla versuchte, ihre Blätter so lange es ging, zu halten, doch auch ihre Kraft schwand langsam aber stetig dahin. Manchmal saß Jullni zitternd bis zum späten Abend in Skallas Armen, bis er sich in seine weiche Erdhöhle zurückzog.

„Was kann ich tun?“ fragte er die Maus, mit der er an einem erstaunlich milden Spätherbsttag Eicheln sammelte. Der winzige Grauling, der sich nicht wie andere zum Winterschlafe begab, unterbrach sein Knabbern. „Nun, ein Fell müsste Skulla wachsen, so wie meine Verwandten und ich eines haben. Gut, wir gehen nicht vor die Tür, wenn es nicht sein muss, aber denk an Eichling, der hüpft bei jedem Wetter umher und sucht seine Futterkammern, von denen er vielleicht die Hälfte findet.“
Grauling sagte dies nicht ohne einen Anflug von Spott, denn die Maus belächelte ihren schwanzbuschigen Verwandten, der sich damit abmühte, im Herbst sein Futter zu vergraben, um es im Winter wieder auszubuddeln.

Jullni besah sich das graubraune Fell der Maus, strich sanft darüber, mit und gegen den Wuchs. Grauling schüttelte sich kichernd, denn der Waldgeist hatte die kitzelige Rückenpartie berührt. Plötzlich sprang er auf und rief: „Ich hab’s!“
Schneller, als die flinke Maus selbst sein konnte, sprang Jullni auf und flitzte zu Skalla. Der Baum wirkte klein und gebrechlich, denn der immer kälter werdende Wind setzte dem alten Baum sichtlich zu. Skalla hatte dem kleinen Waldgeist zuliebe ihre Blätter gehalten, als letzte im ganzen Wald. Doch es war an der Zeit sich zu verabschieden, bis Freya die Sonne wecken würde und alles neu erblühte.
„Halte ein, gute Skalla!“ rief Jullni aufgeregt, und seine Wangen röteten sich vor innerer Hitze. Sein Atem ging schnell, und kalte Atemwolken umstoben sein wirres Haar. „Ich weiß, wie du den Winter sehen kannst! Halte nur still!“
Die kleinen flinken Hände des Waldgeistes ergriffen ein Blatt. Die Farbe war noch immer nicht daraus gewichen, so sehr hatte Skalla gegen das Vergehen angekämpft. Jullnis Finger waren erstaunlich kräftig, und er drehte das feuchte Blatt zu einer festen, harten Röhre.

„Es geht, Skalla, es geht!“ rief er aufgebracht und schnappte nach dem nächsten Blatt. Kurz pustete Jullni seinen warmen Atem zwischen die gekrümmten Hände, damit sie nicht steif vor Kälte würden, denn er hatte sich viel vorgenommen an diesem Morgen. Er sang und pfiff, hüpfte und sprang, rollte und drehte bis zum späten Nachmittag und wurde nicht müde. Skalla richtete sich auf, hob und senkte ihre Äste und Zweige, damit ihr kleiner Gefährte sie überall erreichen konnte. Bald schon stimmte sie fröhlich in sein Lied mit ein, und die anderen Bäume reckten neugierig ihre Zweige und besahen das seltsame Schauspiel.

Der Wind, der von Osten und Norden wehte, legte sich mächtig ins Zeug und schüttelte an Skalla, um Jullnis Vorhaben zunichte zu machen. Wo gab es das denn, dass sich jemand gegen das alte Gesetz erhob? Er, der Wind, hatte einen Auftrag, und seit Anbeginn der Zeiten hatte er seine Arbeit vollstens erfüllt. Und nun kam dieser kleine Schelm daher und legte sich mit ihm an! An den zusammengerollten Blättern bildete sich bereits Reif, so kalt und hart blies der Wind.

Doch alles Pusten, Wehen und Schütteln nutzte nichts. Jullni drehte unbeirrt, und am frühen Abend war er fertig und besah sich die neue Pracht. Der Wind zog beleidigt und wütend ab, doch schwor er sich, im nächsten Jahr wiederzukommen. Jullni und Skulla lachten ihm hinterher. Der alte Baum hatte sich nun zu seiner vollen Größe aufgerichtet, und seine Blätter leuchteten in sattem Grün. Das Eichhörnchen, welches neugierig am Stamm hockte, folgte Jullnis einladender Geste und kam flinken Schrittes herauf gesprungen. Hinter dem dichten Blattwerk war es warm und windgeschützt. Der Eichling versorgte sich und Jullni den ganzen langen Winter über mit den vergrabenen Früchten des Waldes, und an manchen Tagen halt der Waldgeist, die Eckern und Eicheln und Kastanien aus dem harten Waldboden zu graben.

Als Freya den Frühling einläutete und die Sonne den Schnee fortschmolz, wunderte sich die Frühlingsgöttin zunächst sehr über das merkwürdige Bild, welches das Trio abgab. Doch die Hüterin des Lebens erfreute sich schließlich an dieser Hartnäckigkeit und Verbundenheit, so dass sie es guthieß und Skalla zum Lohn als Wächterin des Winters ernannte.

So entstanden die Nadelbäume und der Nordostwind weht und zerrt verärgert noch heute an allem, was nicht winterfest ist.

Herzliche Grüße
Anika 

17. Dezember

Es tut mir leid, auch das gestrige Türchen habe ich nicht rechtzeitig gepostet. Nun haben wir schon Mittwoch, die Zeit rennt dermassen, ich weiß nicht mal, was am Montag alles los war...
Gestern war jedenfalls nachmittags Kinderturnen, ein letztes Mal vor den Ferien und die Kinder durften sich wünschen, was aufgebaut werden soll.
Apropos wünschen - gestern hat der Weihnachtsmann geschrieben und sich für die Wunschzettel bedankt ;-)

Diese nette Weihnachtsgeschichte aus dem Internetzeitalter habe ich eben auf meinem Rechner wiedergefunden - erfreut euch dran, ich mußte wieder schmunzeln, als ich sie las:



Schoko im Internet
Eine Weihnachtsgeschichte von Karl-Heinz Ganser

Maximilian hatte gebadet, sich rasiert und den graugestreiften Anzug angezogen. So machte er das in den letzten Jahren immer an Heiligabend. Im wohlig warmen Wohnzimmer warteten die blauen Wachskerzen am Weihnachtsbaum darauf, angezündet zu werden.
Er ließ sich in den Fernsehsessel fallen, schloss die Augen, tat einen tiefen Seufzer und wartete.
Ja, worauf wartete er eigentlich? Darauf, dass die Tür ganz langsam aufging und seine Frau mit Geschenkpaketen beladen, freudig erregt rufen würde: "Jetzt ist Weihnachten, mein Lieber!"
So war es immer gewesen. Aber in diesem Jahr blieb alles still. Die Tür ging nicht auf.
"Ach, Susannchen! Warum musstest du so früh an Krebs sterben? Nun muss ich wohl immer am Heiligen Abend alleine hier sitzen", murmelte Maximilian traurig vor sich hin und wischte sich ein paar Tränen ab.
Sein Sohn wollte zwar heute Abend mit seiner Familie kommen, doch dann wurde eines der Kinder krank und die Familie musste zu Hause bleiben.
Jetzt aber, wo die Stille und Einsamkeit sich wie ein schwerer, schwarzer Schleier im Zimmer ausbreitete, war ihm zum Heulen zumute.
Nun musste er damit klar kommen und so überlegte er krampfhaft, was er mit fünfundsechzig Jahren jetzt an diesem Abend machen könnte.
Maximilian griff zur Fernsehzeitung. Er sah, dass alle Sender sentimentale Filme und Geschichten brachten und er fühlte, dass das seine Stimmung nicht heben würde. Als er das Heft beiseite legte, fiel sein Blick auf den Computer, der einsam und verlassen auf dem Eckschreibtisch stand.
Vor drei Monaten war sein Sohn zu seiner Überraschung mit mehreren Kartons erschienen und hatte ihm dann einen Computer mit Internetanschluss aufgebaut.
Früher interessierte ihn so etwas nicht besonders. Richtiges Zupacken mit beiden Händen war ihm immer lieber gewesen.
Doch als er merkte, wie interessant und vielseitig es im Internet war, da fehlten ihm an manchen Abenden auf einmal etliche Stunden Schlaf.
Besonders gefiel ihm, dass er sich mit anderen Menschen über viele Dinge unterhalten konnte. Na, ja, eine Umstellung war es schon, dass beim Chatten alles geschrieben werden musste.
Ob an einem solchen Abend auch Leute am Computer sitzen, überlegte er.
Maximilian stopfte sich die erste Pfeife des Tages und öffnete eine Flasche Rotwein.
Bestimmt, so sinnierte er weiter, gibt es noch mehr Menschen, die auch alleine sind. Er trank einen großen Schluck Wein und dann loggte er sich kurz entschlossen ein.
Schon nach wenigen Sekunden erschien auf dem Bildschirm: "Hallo, hier ist Schoko! Ich bin alleine an diesem Abend und möchte mich mit jemandem unterhalten. Aber nicht über Weihnachten, denn das macht mich traurig."
Schoko? Seltsamer Name dachte er. Ob es eine Frau oder ein Mann ist? Egal sagte er sich und tippte ein: "Hier Opi! Bin auch allein!"
"Worüber reden wir?", fragte das unbekannte Wesen.
"Darüber, warum wir alleine sind!", schrieb er zurück.
"Gut, dann fang du an!"
Maximilian überlegte, ob er wirklich einem fremden Menschen davon berichten sollte, dass er sich nach dem Tode seiner Frau jetzt sehr einsam fühlte. Erst will ich aber etwas mehr wissen, wer sich hinter Schoko verbirgt, dachte er. So einen Namen wählt bestimmt nur eine Frau. Und er tippte ein: "Warum nennst du dich Schoko?"
"Ach, das war so eine spontane Idee!"
"Was für eine Idee?"
"Nun, als ich einen Namen suchte, da fiel mir eine Geschichte aus meiner Pennälerzeit ein!"
"Ist es eine schöne Geschichte?"
"Für mich schon!"
"Dann erzähl sie mir!"
"Also, ich war zu der Zeit unsterblich in einen Jungen aus meiner Klasse verliebt. Aber der merkte es nicht, oder wollte es nicht merken."
"Ja, ja, so etwas soll es geben", gab er ein, als sie eine kleine Pause machte.
Dann las er weiter: "Eines Tages hatte der Junge mit den Sommersprossen sein Pausenbrot vergessen, und ich gab ihm einen von meinen Schokoriegeln. Ich dachte schon, dass er die Schokolade nicht nehmen würde, denn so überrascht hat der mich angeschaut. Doch ich war perplex, als er mich plötzlich schnappte und mir einen schmatzenden Kuss gab."
Als er das las, schlug es wie ein Blitz bei ihm ein, und er musste zweimal hinsehen.
"Stopp! Stopp!", hämmerte er in die Tasten, denn plötzlich spürte er ganz deutlich wieder den Schokoladengeschmack von damals in seinem Mund.
"Ich erzähle die Geschichte weiter! Einverstanden?" Als er das schrieb, merkte er, dass es ihm vor Aufregung ganz warm wurde.
"Ja, aber... ich versteh das nicht... aber wenn du meinst, dann bin ich gespannt!", las er und sofort schrieb er mit zittrigen Fingern: "Dem du den Riegel gegeben hast, das war ich! Jawohl! ich war das!"
"Spinner!", war die spontane Antwort.
"Trottel wäre besser, Schoko! Denn wenn ich damals geahnt hätte, dass die kleine Annemarie, so hieß sie nämlich, in mich verliebt war, dann hätte ich ihr einen richtigen Kuss gegeben."
Maximilian konnte sich jetzt genau an das etwas schüchterne Mädchen mit den langen blonden Haaren erinnern. Und während er darüber nachdachte, starrte er ungeduldig auf den Monitor und wartete darauf, dass nun eine Antwort kommen würde.
Aber es tat sich nichts auf dem Bildschirm.
Tief enttäuscht wollte er sich schon ausloggen, da erschien plötzlich der Satz: "Wenn du mir jetzt noch schreibst, wie du heißt und wo das Gymnasium war, dann... ja dann glaube ich dir."
Seine Finger flogen nur so über die Tasten, als er ihr seinen Namen schrieb und bestätigte, dass es das Gymnasium in Duisburg war.
Wieder dauerte es eine Weile, ehe er las: "Dann haben wir uns ja viel zu erzählen, oder besser gesagt, zu schreiben!"
"So ist es Schoko! Oder darf ich jetzt Annemarie schreiben?"
Als dann direkt danach das "Ja" erschien, da atmete er erst einmal tief durch. Danach stopfte er sich eine neue Pfeife, nahm einen Schluck Rotwein und er ahnte, dass es ein langer Weihnachtsabend werden würde.

*schnüff* & herzliche Grüße
Anika

Montag, 16. Dezember 2013

16. Dezember

Wer am Montag morgen Zeit und Lust hat, kann ja noch ein Pfefferkuchenrezept ausprobieren. Fertig gebacken und in Alufolie verpackt hält er sich mehrere Monate - früher gab es sogar zu Ostern bei uns zuhause noch ein Stück dicken Pfefferkuchen mit Butter!

Das Rezept ist auch eines, was schon seit vielen Jahrzehnten in meiner Familie väterlicherseits gebacken wird. Mein Großonkel Carl bestand jedes Jahr zu Weihnachten auf seinem Anteil dickem Pfefferkuchen - und meine Mama verschenkte ihn gerne!

Es sind noch.... 8 Tage bis Weihnachten, da könnte man den mal ansetzen und einen Tag später backen:

Dicker Pfefferkuchen - ein altes ostpreußisches Rezept

750gr. Honig
375gr. Zucker
750gr. Mehl (evtl auch mehr)
3 Eier (vorher verquirlen)
250gr. Nüsse oder Mandeln grob gemahlen
125gr. Korinthen und/oder Rosinen
1 Paket Zitronat (100gr.)
1-2 TL Kardamom
2 TL Zimt
1-2 TL gemahlene Nelken
1-2 TL Ingwerpulver
Zitronenschale oder Pommeranzenschale
8gr. Pottasche in
2 EL Rosenwasser gelöst (es geht auch Wasser)

Man erwärmt Honig und Zucker, gut rühren, damit der Zucker sich auflöst - nicht kochen!
Mehl in einer großen Schüssel mit Nüssen, Korinthen/Rosinen, Zitronat und den Gewürzen trocken mischen. Die Honig-Zucker-Mischung etwas abkühlen lassen und nicht zu heiß unter die trockene Mischung rühen, die verquirlten Eier und die aufgelöste Pottasche gleich mit hinzugeben und gut mit dem Knethaken durcharbeiten.
Eine Fettpfanne mit Alufolie auslegen und darin backen. Nicht einfetten! Darauf achten, daß die zähe Pfefferkuchenmasse gleich beim Einfüllen mit einem Spachtel verteilt wird, sonst läßt es sich durch die Alufolie schlecht verteilen. (Das sind die ganz persönlichen Tips auf meiner Rezeptkarte, von Mama, in jahrelanger Backtradition erarbeitet ;-))
Einmal auf dem Blech verteilt, kann der Teig abgedeckt einige Tage stehen, bevor er gebacken wird.

Backzeit: ca. 35min bei 180 Grad
Darauf achten, daß der Pfefferkuchen nicht so hart durchgebacken wird!

Die Alufolie läßt sich gleich nach dem Backen schlecht entfernen, sie kann zur Lagerung dranbleiben. Am besten schneidet man Rechtecke von 10x20cm zu und wickelt sie in eine weitere Lage Alufolie. So gut verschlossen hält sich der Pfefferkuchen mehrere Monate! Wie gesagt, er schmeckt auch sehr gut mit Butter bestrichen - guten Appetit!

Ich gestehe - ich backe ihn nicht selbst, sondern esse ihn auf meinem bunten Teller oder bei Mama ;-)

Gutes Gelingen und herzliche Grüße
Anika

Sonntag, 15. Dezember 2013

15. Dezember - 3. Advent

Ich wünsche allen meinen Lesern einen schönen 3. Advent - oder hoffe, ihr hattet einen schönen Adventssonntag, er ist ja nun bald schon wieder vorbei.
Heute gibt es einen Bericht, was wir heute so alles erlebt haben. Es stand alles im Zeichen unserer Kinder, die beide wichtige "Termine" hatten. Es fing um 14 Uhr an mit einem Auftritt der Kindergartenkinder beim jährlichen "Weihnachtsspektakel" des hiesigen Schützenvereins. Das Puzzeltrinchen hatte allerdings einen akuten und schweren Fall von Lampenfieber und war nicht mit auf der Bühne....
Ihre KiGa-Freunde haben das aber ganz toll gemacht, Lieder und Gedichte vorgetragen und gaaaaanz viel Applaus bekommen!

Anschließend spielte das Tamalan-Theater hier aus Fintel das Märchen "Der Froschkönig" - das hat ebenfalls ordentlich Laune gemacht! Und obwohl die zwei (ja, es sind nur 2 Schauspieler!) hier aus dem Ort sind, hatte ich sie noch nie live in Aktion gesehen! Was ich gesehen habe, hat mir echt super gefallen. Da wir zuhause kein Mittagessen hatten, haben wir gegen 16 Uhr Kuchen bzw. Torte gegessen - auch da ein Lob an die fleißigen Bäcker und Bäckerinnen aus dem Dorf, Amerikatorte, Waldmeistertorte und Apfelkuchen wurden von uns verspeist, seeeeeeeeehr lecker!

Nun war nicht mehr viel Zeit, denn wir wollten um 17 Uhr mit den Pfadfindern von Lauenbrück aus nach Buchholz fahren, um dort in der St.-Paulus-Kirche das Friedenslicht aus Bethlehem abzuholen. Um 18 Uhr fand dort ein Aussendungsgottesdienst des Lichtes statt, zwar etwas spät für eine Familie mit Kindern an einem Sonntagabend, aber wir wollten doch dabeisein!

Die Flamme wurde in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Betlehem entzündet und von Vertretern der anerkannten Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände in Wien abgeholt. Per Zug wurde das Licht am Sonntag, 15. Dezember, in über 30 zentrale Bahnhöfe in Deutschland getragen: von München bis Kiel und von Aachen bis Görlitz – sowie in andere Länder Europas und sogar bis nach Amerika. Bereits seit 1994 beteiligen sich deutsche Pfadfinder an der Aktion, die auf eine Initiative des ORF Linz zurückgeht, der bis heute das Licht in Betlehem abholt. Als Symbol für Frieden, Wärme, Solidarität und Mitgefühl soll das Licht an alle “Menschen guten Willens” weitergegeben werden. Wer das Licht empfängt, kann damit selbst die Kerzen von Freunden und Bekannten entzünden, damit an vielen Orten ein Schimmer des Friedens erfahrbar wird, auf den die Menschen in der Weihnachtszeit besonders hoffen.

Gerade bin ich auf der Friedenslicht-Seite wieder auf meinen Konfirmationsspruch gestossen:

Ich bin das Licht der Welt. 
Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, 
sondern wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8, 12)

Am 4. Advent wird dann ein Gottesdienst in der Lauenbrücker Kirche stattfinden, der von den Pfadfindern mitgestaltet sind. Unsere "Flöhe" haben in der Meutenstunde Transportgläser für das Friedenslicht gestaltet - darüber stand heute sogar ein Artikel in der Sonntagszeitung! Damit können die Lichter dann nach Hause getragen werden.

Soviel zu unserem heutigen Familiensonntag - herzliche Grüße
Anika

14. Dezember

Auch dieser Post ist einen Tag zu spät, aber gestern waren wir fast den ganzen Tag nicht zuhause und abends verlangte die Nähmaschine nach mir - ich habe einiges fertigbekommen!

Wenn ich das 4. Teil nähe, werde ich Fotos machen und die etwas spärliche Anleitung aus einer Zeitschrift vervollständigen. Ich verrate jetzt noch nicht, was es ist, da ich 2 Sets zu Weihnachten verschenke und natürlich nicht möchte, daß vorher etwas bekannt wird ;-)
Außerdem habe ich 4 weitere Teile angefangen, ähnlich, aber doch anders... Rätsel über Rätsel *hihi* Das wird schon....

Nachträglich gibt's ein Gedicht zum Freuen - ich liebe diese Zeilen von Rilke und kann zumindest die Hälfte davon noch auswendig:

ADVENT

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Herzliche Grüße zum 3. Advent
Anika


Freitag, 13. Dezember 2013

13. Dezember

Guten Abend zusammen, ich komme erst jetzt dazu, einen Beitrag zu schreiben, weil der Tag wieder recht anstrengend war - zumal mir die Erkältung noch in den Knochen steckt!
Heute morgen habe ich einen Teil des Fahrdienstes zum Weihnachtsmärchen des Kindergartens übernommen und 3 Kiddies inkl. Töchterchen in den Nachbarort gefahren. Dort spielte eine KiGa-Elterngruppe das Theaterstück "Die drei Federn" - ich wollte und durfte dableiben und zugucken! Es war wirklich super, die Kleinen hatten viel Spaß und auch wir "Großen" natürlich...
Nachmittags haben wir uns erstmal ne Runde hingelegt und anschließend zwei Sorten Kekse gebacken. Falls jemand nochmal Lust auf Haferflockenkekse hat, hier habe ich noch ein anderes Rezept:

Haferflocken-Nuss-Gebäck

250gr. Butter oder Margarine
200gr. Zucker
2 Pkt. Vanillezucker
schaumig rühren

2 Eier hinzufügen und gut verrühren

200gr. geriebene Haselnüsse
300gr. feine Haferflocken
4 EL Mehl
2 TL Backpulver
hinzufügen und gut verrühren.

Den Teig am besten über Nacht (im Kühlschrank) ruhen lassen und am nächsten Tag verarbeiten.
Nun den Teig portionsweise zu Rollen formen, ca. 2cm Durchmesser, gleichmäßige Scheiben abschneiden und zu kleinen Kugeln formen.
Nicht zu dicht nebeneinander auf ein Backblech setzen und mit einer bemehlten Gabel festdrücken.
Bei 200 Grad ca. 12-14min backen, nicht zu dunkel werden lassen, sonst sind sie sehr trocken.

Und dann hatte ich noch ein Paket Nougat im Schrank, das Rezept für diese Kekse habe ich bei Chefkoch gefunden, bin aber nicht überzeugt davon, deshalb kein Rezept für Euch. Ich habe sie mit der Kekspresse und einer Spritztülle verarbeitet, das wurde mir aber zu dünn. Plattgedrückte Kugeln gefielen mir auch nicht.... mal abwarten, wie sie in ein paar Tagen schmecken ;-)

Nun werde ich noch ein Weihnachtsgeschenk zuschneiden und betüdeln und vielleicht morgen Abend nähen!

Ich wünsche euch einen schönen Start ins 3. Adventswochenende!

Herzliche Grüße
Anika

Donnerstag, 12. Dezember 2013

12. Dezember

Nachtrag zum Posting von gestern: Eine Beschenkte war so begeistert über meine Weihnachtstüten, daß sie heute Vormittag gleich 4 weitere Tüte geordert hat, die sie selbst verschenken möchte! Yeah!
Also habe ich heute Lebkuchen-Nachschub gekauft und weitere 4 Sets gebastelt - es war auch noch ein "Eilauftrag" bis morgen Mittag ;-) Alles kein Problem...
Die neuen Tüten sind etwas anders geworden, da ich keine schlichten Papiertüten mehr hatte, sondern nur noch 3er Sets vom Drogeriemarkt - aber auch die gefallen mir persönlich sehr gut. Wobei ich wohl mal über eine andere Druckversion der Geschichte nachdenken könnte. Diese Rollen rutschen doch recht leicht unter dem Band hervor... Aber falten und IN die Tüte packen gefiel mir auch nicht... also das Falten sieht einfach nicht so schön aus *hmm*

Heute war für uns ein Tag mit vielen Terminen und wenn man dann auch noch verschläft, läuft ja alles verquer... Ich habe mir eine neue Brille bestellt, mußte aber meine Sehschärfe kontrollieren lassen, das hat ziemlich lange gedauert. Aber zufälligerweise habe ich meine liebe Nachbarin beim Optiker getroffen, so daß mein Mann (nachdem wir zusammen ein neues Gestell ausgesucht hatten) nach Hause gefahren ist - um 12 Uhr ist ja der KiGa aus, und ich bin mit M. noch in der Stadt geblieben! War noch im Stoffladen, damit der Weihnachtswichtel weiterarbeiten kann - es fehlt noch ein bißchen was. Und ein neues Oberteil habe ich mir in einer schließenden Filiale von NKD auch noch gegönnt...

Völlig verbaselt bei dieser Aktion habe ich aber, daß unser Töchterchen um 13:45 Uhr aber wieder am KiGa sein muß, damit die Kinder den örtlichen Seniorennachmittag mit ihrer Gesangsperformance begleiten können! So mußte mein lieber Ehemann heute also das Kochen übernehmen, ich war pünktlich zum Wegbringen der Tochter wieder zuhause und alles hat wieder gepasst! Der große Sohn durfte glücklicherweise 15min früher aus dem Ganztagsangebot gehen, damit er mit seinem Papa ins Weihnachtsmärchen nach Hamburg fahren konnte. Während er nach Hause kam, bin ich um 15:15 schon wieder zum KiGa gefahren, um's Töchterchen wieder abzuholen... Was für eine Fahrerei heute!

Nachmittags haben wir dann noch 2 Keksteige angerührt, die momentan im Kühlschrank auf die Weiterverarbeitung morgen warten... Achja, gebastelt habe ich ja auch noch... Der morgige Tag wird ähnlich "aktiv" - morgens fahren die KiGa-Kinder ins Weihnachtsmärchen und ich übernehme einen Teil des Fahrdienstes. Naja - und nachmittags dann Kekse backen...

Wenn ihr schon bis hierher gelesen habt, freut ihr euch bestimmt auch noch auf eine kleine Geschichte zum Einschlafen ;-) Diese Geschichte habe ich in ein oder zwei meiner Weihnachtstüten gepackt, ich wollte ja auch ein wenig Abwechslung reinbringen und nicht überall dasselbe reintun!


Die Geschichte von dem Lebkuchen

Das ist nun schon viel hundert Jahre her, da hat in Nürnberg, der berühmten Stadt, ein dicker runder Bäckermeister gewohnt.
Aber nicht nur aufs Backen verstand er sich, er war auch ein grundguter Kerl. Das Herz tat ihm immer weh, alle Jahre, wenn es auf Sankt Nikolaustag oder Weihnachten zuging.
"Du liebes Christkind", brummelte er, "was soll ich diesmal nur Leckeres backen, dass du es den Kindern bringst? Immer Brot und nur Brot und nichts als Brot, das geht doch nicht! Ach, was mach ich nur, ich armer, dicker, runder Bäckermeister?"
Er besann sich hin, besann sich her. Dann aber - die Hagebutten wurden schon rot und die Haselnüsse braun und der Wind schüttelte die Kastanien von den Bäumen - kaufte er sich ein Notizbuch, packte seine Siebensachen und befahl der Katze, sie solle die Mäuse kurz halten, damit sie ihm nicht das ganze Mehl für die Weihnachtsbäckerei wegfrässen.
"Denn ich will doch sehen, was es sonst noch zu backen gibt als Brot und immer noch mal Brot."
Er schloss die Tür hinter sich ab und wanderte hinaus in die Welt.

Zuerst kam der dicke runde Bäckermeister nach Regensburg. Aber soviel er sich auch umschaute, hier gab es nur Brot und Regensburger Würstchen. "Nichts für mich!" dachte er und machte, dass er nach München kam. Aber die Münchner Salzbrezeln, damit konnte er nun mal gar nichts anfangen. Zu Weihnachten Salzbrezeln? Das wäre ja noch schöner!

So tippelte der dicke runde Bäckermeister weiter, immer noch war sein Notizbuch leer. Nach Frankfurt kam er, da machten sie nur Frankfurter Würstchen und Apfelwein. Sogar in der Kaiserstadt Aachen gab es die Aachener Printen damals noch nicht. Auch in Köln nur Käsebrötchen, die "halbe Hähne" hießen, und nicht mal in Amsterdam backten die Leute Spekulatius.

Aber der Bäckermeister ließ den Mut nicht sinken und wanderte ostwärts.
Die grosse Stadt Berlin, ja, die stand damals noch gar nicht!
Nur Wald und Sumpf. In dem Wald aber traf er einen uralten Einsiedler.
Der lebte von Eicheln und Haselnüssen. "Am besten gehen sie mal nach Wien", sagte der Einsiedler zu dem Bäckermeister.
"Da soll`s Wiener Würstchen geben, fabelhaft!"
Aber der dicke runde Bäckermeister hatte nun genug.
"Es hilft alles nichts", dachte er, "ich will lieber zurück nach Nürnberg!"

Er wanderte einen Tag um den anderen. Da endlich kam er in die böhmischen und bayrischen Wälder. Als es Abend wurde und Nacht, traf er zum Glück auf ein Häuschen. Das stand tief unter den dunklen Fichten. Dicht neben dem Häuschen war ein grosser, schwarz verräucherter Backofen. Oh, so etwas gefiel dem dicken runden Bäckermeister!
Er klopfte bei dem Häuschen an, klopfte noch einmal und noch einmal. Da endlich wurde es lebendig drinnen.
Die Tür ging auf, und darin stand eine uralte Frau, die krächzte: ”Mitten in der Nacht? Das sind mir ja feine Manieren!
Ich bin nämlich die Waldfrau, und mit mir ist nicht gut Kirschen essen!”
So schimpfte sie, fuchtelte mit ihrem Krückstock und wackelte mit dem Kopf.
"Keine Angst, Mütterchen", sagte der brave Bäckermeister. "Ich bin müde vom langen Weg. Ein Eckchen auf der Ofenbank habt ihr sicher für mich?”
"Hunger hast du wohl auch?" knurrte die Alte. "Scher dich! Ich hab nichts wie Lebkuchen und Pfeffernüsse, und du glaubst gar nicht, wie satt ich es bin, das süße Zeug!"
Der Bäckermeister riss Mund und Augen auf. "Was habt ihr? Süße Lebkuchen und süße Pfeffernüsse? Sagt das noch einmal!" "Du hast wohl Rattennester in den Ohren?" giftete die Waldfrau. "Lebkuchen und Pfeffernüsse! Lebkuchen und Pfeffernüsse! Lebkuchen und Pfeffernüsse!"
Dem Bäckermeister rollten vor Freude die dicken Tränen herab. "Dann ist ja alles gut", "ich hab nämlich nur Brot".
"Was hast du?" schrie die Alte, "bist du verrückt? Brot hast du? Ich weiß nicht einmal, was Brot ist! Sag, ist das süß oder sauer?"
"Brot? Das ist mehr sauer", sagte der Bäcker.
"Sauer?" rief die Waldfrau. "Sauer ist Brot? Oh wie lecker, wie lecker!"
Und sie packte ihn bei der Hand und riss ihn mit in den Hausflur, dass er fast der Länge nach hingeflogen wäre.
Bald aber saßen sie zusammen auf der Herdbank. Der dicke runde Bäckermeister kramte alles, was er zu essen bei sich hatte, aus der Tasche. Die Alte stopfte das Brot Brocken für Brocken in den Mund, schlang wie ein Wolf, schmatzte und schluckte.
Und der Bäcker verdrehte die Augen vor Wonne und aß süße Lebkuchen und Pfeffernüsse.

"Nun hab ich`s, wonach ich suchte", sagte er "und brauche nicht mehr durch die ganze Welt zu rennen. Denn du, Waldfrau, sagst mir doch gewiss, wie man die Dinger mischt und mengt, buddelt und knuddelt. Und wieviel Zucker und Salz, Butter und Schmalz, Pfeffer und Zimt und was sonst dazu gehört. Dafür verrate ich dir das mit dem Brot!”
Da freute sich die Alte, tanzte wie ein Brummkreisel im Häuschen herum, verlangte neues Brot, mampfte und pampfte, und zwischendurch wisperte sie dem Bäckermeister zu, wie man Lebkuchen und Pfeffernüsse backt.
Der dicke runde Bäckermeister aber hatte bald sein Notizbuch vollgeschrieben und die Rezepte für sechserlei Brot der Waldfrau mit Kreide auf die Tür gekritzelt.
Früh am Morgen dann wanderte er weiter und kam gerade heim, als es zu weihnachten anfing.

Zu Hause war auch alles in schönster Ordnung. Die Katze war auf dem Posten gewesen, und die Mäuse hatten keine guten Tage bei ihr gehabt, gut und schneeweiß war das Mehl.
Noch am selben Tag fing das Backen an: Lebkuchen und Pfeffernüsse und noch einmal Lebkuchen und Pfeffernüsse.
Die Leute der Stadt Nürnberg waren sehr verwundert. Denn alle Abend, sowie es dunkelte, ging’s los, klingklang, durch alle Gassen.
Das waren die Weihnachtsengel mit ihren Schlitten. Kam einer mit einem vollen Sack aus dem Bäckerladen, so hielt schon der nächste, brrrr!, sein Pferdchen an und stieg aus.
Ein Duft aber nach süßem Backwerk und Engelsflügeln hing über der Stadt. Und tausend Heiligenscheine glitzerten blau, silbern und golden durch den Schnee.
Seht, so kamen die Nürnberger Lebkuchen und die Pfeffernüsse in die Welt und in jedes Weihnachtshaus.
Das Märchen ist nun aus.
von Wilhelm Matthiessen


Herzliche Grüße
Anika

Mittwoch, 11. Dezember 2013

11. Dezember

Heute zeige ich Euch eine schon etwas ältere Idee aus dem Netz, die ich aber dieses Jahr zum ersten Mal selbst nachgebastelt habe.
Wir haben heute eine kleine Eltern-Weihnachtsfeier von unserer ehemaligen Krabbelgruppe - wir gehen lecker essen, es gibt Rodizio!
Und für die Eltern habe ich gestern die "15 Minuten Weihnachten in der Tüte" gebastelt. Da ich eh einkaufen war, konnte ich gleich alle Zutaten besorgen. Sicherlich kennt ihr die Idee schon, aber ich finde, wenn man so durch's Netz strolcht, findet man immer wieder neue Idee und alle Tütchen sehen anders aus. Das ist das charmante daran, daß man alles nach seinem eigenen Geschmack und mit den eigenen Mitteln herstellen kann.

Das sind also meine Zutaten:

Die braunen Packpapiertütchen habe ich für 35 Cent in "meinem" Bastelladen gefunden, dazu das Bastelpapier von Tchibo aus diesem Winter (als Karton für die Bag Toppers und als Papier für die Streichholzschachtel). Das Teelicht habe ich mit Washitape aus dem Tchibo-Sortiment verziert, ebenso wird die aufgerollte Geschichte damit zusammengehalten. Außerdem habe ich von Bünting Tee ein Sortiment mit weihnachtlichem Tee gefunden.

So sind alle Tütchen entstanden, nur mit unterschiedlichen Papieren, aber pro Tüte immer im selben Motiv:

Die 2. von rechts war die erste, da mußte ich noch mit dem Verschluss rumprobieren. Aber mit Fleischergarn gefiel es mir nicht so gut, also lieber grün-goldenes Satinband.

 Eine einzelne Tüte mit Gebrauchsanweisung und der gerollten Geschichte außen dran, 
die passte einfach nicht in die Tüte...

Hier habe ich dann noch meine Weihnachtswünsche mit Wäscheklammern befestigt.

So, nun muß ich aber los, ich werde gleich abgeholt und dann kann ich meine Tütchen verschenken!

Wünsche Euch allen einen schöne Abend!
Anika

Dienstag, 10. Dezember 2013

10. Dezember

Da bin ich schon wieder, nicht, daß ich das nächste Türchen auch wieder zu spät einstelle - also lieber beide fast zeitgleich ;-)

Dieses Mal kommt das Rezept schon VOR dem Adventswochenende, damit man zum einen noch Zeit für den Einkauf hat und zweitens damit die Torte noch durchziehen kann. Dann schmeckt sie nämlich am besten! Leider kann ich sie nicht mehr genießen, meine Nussallergie ist im Laufe der Jahre schlimmer geworden und wenn ich vor einiger Zeit noch gebackene Haselnüsse essen konnte, ist das heute nicht mehr so.



Diese Nusstorte ist sehr haltbar und schmeckt am besten, wenn sie ein paar Tage durchgezogen ist!

Für den Teig benötigt man:
250 gr.             Gemahlene Haselnüsse
250 gr.             Grieß
250 gr.             Zucker
2                      Eier
1 Päckchen      Backpulver
ca. ¼ l             Milch

Alles verrühren und bei 170 Grad ca. 30-40min backen (dieses sind Angaben für einen Umluftofen, leider habe ich keine Angaben für einen „normalen“ Herd...)
Den fertig gebackenen Boden einmal durchschneiden und die untere Platte mit der Creme bestreichen, die 2. Platte aufsetzen.

Für die Füllung benötigt man:
125 gr.             Gemahlene Haselnüsse
125 gr.             Butter! Keine Margarine!
150 gr.             Puderzucker
1                      Ei

Die Butter zerlassen und mit den anderen Zutaten verrühren.

Die fertige Torte mit Zartbitterkuvertüre (mindestens 200 gr., eher mehr) überziehen und mit Wal- oder Haselnüssen verzieren.

Quelle: Das Rezeptbuch meiner Mama, ursprünglich von meiner Großtante ;-)

Ich wünsche Euch guten Appetit!

Herzliche Grüße
Anika

9. Dezember

Na super - gerade mal 8 Tage lang habe ich es pünktlich geschafft, meinen Adventskalender online zu stellen und am 9. Tag klappt es nicht...
Das macht nix, gibt's heute eben 2 Postings von mir ;-)
Gestern Abend habe ich ein wenig gebastelt, ich habe zwar für alle Eventualitäten und Personen schon Weihnachtskarten, aber noch soooo viele Ideen, die ich gerne verwirklichen würde, da komme ich gar nicht nach. Vielleicht zeige ich noch die eine oder andere Karte.
Meine Karten, die ich als "Türchen" hier im Adventskalender zeige, sind alle von diesem Jahr und ich habe mir gedacht, daß ich sie lieber Tag für Tag zeige, als einen großen Beitrag mit Karten einstelle! So, genug erzählt - heute gibt's ein Gedicht von James Krüss, das mir sehr gefällt:



Ladislaus und Annabella

von James Krüss (1926)

In der Ecke eines Fensters
Unten rechts im Warenhaus,
Sitzt die Puppe Annabella
Mit dem Bären Ladislaus.

Annabella weint und jammert,
Ladislaus, der grunzt und schnauft:
Weihnachtsabend ist gekommen,
Und die zwei sind nicht verkauft.

"Armer Bär!" seufzt Annabella,
"Arme Puppe" schluchzt der Bär.
Tränen kullern in die Ecke,
Und das Herz ist beiden schwer.

In dem leeren Warenhause
Löscht man langsam Licht um Licht,
Nur in diesem einen Fenster,
Da verlöscht die Lampe nicht

Voller Mitleid mit den beiden
Läßt der brave alte Mann
Von der Wach- und Schließgesellschaft
Diese eine Lampe an.

Dann verläßt er Annabella
Und den Bären , welcher klagt,
Und mit sehr gepreßter Stimme
"Lebewohl" und "Servus" sagt.

In der menschenleeren Straße,
Abendstill und schneeverhüllt,
Sind die beiden in dem Fenster
Ein betrüblich Jammerbild.

Traurig vor der großen Scheibe
Fallen Flocken, leicht wie Flaum,
Und im Haus gegenüber
Glänzt so mancher Lichterbaum

Zehn Uhr schlägt's vom nahen Turme,
Und fast schlafen beide schon,
Da ertönt im Puppenhause
Laut das Puppentelefon.

"Hallo!" fragt der Bär verschlafen.
"Hier im Kaufhaus. Wer ruft an?"
Da vernimmt er eine Stimme,
Und die brummt: "Der Weihnachtsmann!"

Oh!" ruft Ladislaus erschrocken.
"Was darf's sein ich bitte sehr?"
"Eine schöne Puppenstube,
Eine Puppe und ein Bär!"

"Das ist alles noch zu haben!"
Ruft die Puppe Annabella.
"Kommen Sie zum Warenhause
Unten rechts, doch bitte schnell!"

Das ist eine Überraschung!
Ladislaus kämmt schnell den Schopf
Und die Puppe Annabella
Flicht ein Schleifchen in den Zopf.

Und schon zehn Minuten später
Kommt ein Schlitten, kommt ein Roß,
Und ein Alter steigt vom Schlitten,
Und ein Schlüssel knarrt im Schloß.

Ladislaus, der quiekt und jodelt,
Annabella lacht und singt,
Als der Weihnachtsmann die beiden
In den Pferdeschlitten bringt.

Grad in diesem Augenblicke
Kommt der brave alte Mann
Von der Wach- und Schließgesellschaft
Wieder zur Kontrolle an.

Höflich grüßt er die Gesellschaft,
Springt zurück ins Warenhaus,
Holt die schöne Puppenstube,
Und dann trägt er sie hinaus.

Leise sagt er zu der Puppe:
"Frohes Fest, mein kleines Kind!"
Während eine kleine Träne
in den großen Schnurrbart rinnt.

"Frohes Fest!" sagt Annabella.
"Frohes Fest sagt Ladislaus,
Dann wird's dunkel in dem Fenster
Unten rechts im Warenhaus.


Herzliche Grüße
Anika