Dienstag, 25. April 2017

Ösen reparieren am Hoodie

An meiner schönen lila Sternen-Janice ist mir neulich nun auch die 2. Öse an der Kapuze flöten gegangen. Ich glaube, es liegt an dem sehr dehnbaren Sweat, den ich vernäht habe. Bei 1. Mal habe ich noch ziemlich geflucht, weil die Jacke nämlich gerade fertig war, ich das selbstgedrehte Band durch die Öse ziehen wollte und schon war selbige futsch!!
Bei der zweiten Öse habe ich nun eine Erklärung für andere Verzweifelte fotografiert und hoffe, euch so helfen zu können. Wenn ihr mit meiner Erklärung etwas gerettet habt, würde ich mich über eine Erwähnung oder einen Kommentar hier sehr freuen ;-)

 Da haben wir die rausgerutschte Öse!


Zuerst habe ich die äußere Naht an der Kapuze aufgetrennt. Da ich Innen- und Außenteil der Kapuzen meist mit einem normale Geradstich nähe, ging das auch ziemlich einfach. Meist reichen je 2-3cm links und rechts der Öse, also etwa 6 cm auftrennen:


Hier sieht man nochmal gut, daß die Öse trotz einer doppelten Verstärkung mit Vliesline H250 aus dem Stoff gerutscht ist:

Nun kommen Nadel und Faden zum Einsatz:

Denn man näht einen Kreis um das Ösenloch herum, immer schön hoch und runter, hoch und runter in kleinen Abständen. Den Anfangsfaden läßt man einige Zentimeter stehen, also keinen Knoten machen. Die alte Öse habe ich mittlerweile abgezogen, da ich eine neue einbauen werde!



Am Ende werden dann beide Fäden etwas straff gezogen, so daß sich das Ösenloch etwas zusammenzieht. Die neue Ösen sollte nur knapp reinpassen, man sollte das ausprobieren, nicht daß es später zu eng oder zu weit für eine neue Öse wird!
 

 ...und gut verknoten:

Nun kommt der neue Satz Ösen ins Spiel. Ich befestige Ösen in dieser Größe am liebsten mit der Variozange von Prym, die entsprechenden Aufsätze sind in den Packungen der Ösen dabei. Meine Ösen sind m.W. die mit 8mm Durchmesser.

So gehört das Ösenteil auf die Zange mit dem richtigen Werkeug:

Beim Zuziehen des Fadens hatte ich schon geschrieben, daß die Öse nur knapp reinpassen darf, sonst wird das Ganze zu weit. Man muss also etwas friemeln, bis der Schaft durch den Stoff ist. Das ist so gewollt!

Nun das Gegenstück aufsetzen:

Zange betätigen und gleichzeitig fotografiern geht leider nicht, also ein Foto der befestigten Öse:

Und wieder werden Nadel und Faden benötigt, denn die Öffnung muss ja auch wieder geschlossen werden:

Das Ganze geht am Besten mit einem Hexenstich oder auch Matratzenstich genannt:
 Ich beginne damit, daß ich von innen durch das umgeklappte Stück Stoff auf die Außenseite steche und zwar am rechten Rand der Naht. Diese Naht wird nämlich von rechts nach links gearbeitet.

 Ein kleines Stückchen, etwa 3-4mm, im Stoff entlang stechen und wieder an die Oberfläche stechen. 
Nun die Seite wechseln und etwas versetzt auf der anderen Stoffseite entlang stechen.
Oh, da gibt's bestimmt bessere Erklärungen via YouTube, aber damit kann ICH leider nicht dienen ;-)


So wird nun die gesamte Öffnung geschlossen. Am Ende macht man ein paar unsichtbare Knoten und versteckt den Fadenrest im Tunnel der Kapuze.

Am Ende hat man eine fast unsichtbare Naht an der Front der Kapuze, aber das sieht man aus der Ferne eh nicht mehr!


Ja und hier sind es genau genommen sogar zwei unsichtbare Nähte genau gegenüber ;-)

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen und ihr könnt in Zukunft auch ein paar Ösen retten ohne das halbe Teil aufzutrennen ;-) Das war zu Anfang nämlich meine Angst - was muss ich alles trennen, damit ich DA wieder rankomme?! Aber wie ihr seht, ist es eigentlich doch recht einfach!

Herzliche Grüße
Anika

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