Samstag, 25. Februar 2023

Ein neuer Virus? Nein, nur ein Baktustuch

Genau wie das "Virustuch" ist wohl auch der Strickschal "Baktus" eine Art Virus und jeder hat wohl schon mal nach diesem - ich nenne es mal - Grundmuster gestrickt.

Ich habe mir zwei Knäule Melange Twist von Rico Design gekauft, es gab so eine schöne Mischung in lila-grau, dem konnte ich nicht widerstehen. Und da ich nicht wirklich mit dünnen Nadel / dünner Wolle klarkomme, kam mir die Empfehlung mit Nadelstärke 6 wirklich entgegen. 

Anfang Februar steckte mir eine Erkältung in den Knochen, die dann am Wochenende ausbrach. So hatte ich genug Zeit und Laune, im Bett oder auf dem Sofa zu bleiben und zu stricken. 

Nach einmal komplett aufribbeln bei gefühlt der Hälfte des 100gr. Knäuels, habe ich am nächsten Tag nochmal neu angefangen.

Wie immer ist mein Start etwas holprig...


Hm, die Ränder rollten sich doch sehr, so dass ich die Randmaschen jeweils anders gestrickt habe. Das half auch nichts...

Mein selbstgebauter Maschenzähler das erste Mal im Einsatz!

Endstand vor dem Ribbeln... Und Neustart am nächsten Tag:

Dieses Mal mit "Querrippen" aus kraus rechts gestrickten Reihen, das soll laut eines Tipps wohl strecken.

Ging dann auch flott von der Hand!

Perlrand auf beiden Seiten, auch ein Tipp einer Freundin


Hier war genau die Hälfte erreicht, ein Knäuel mit Zunahmen in jeder 5. und 10. Reihe gestrickt, immer auf einer Seite. Es ist m.E. nur eine Anlehnung an einen Baktusschal. Ich weiß gar nicht, ob man dabei ein bestimmtes Muster strickt oder ob es nur um die Art des Schals geht. Daß man die einen Hälfte zu- und die andere abnimmt... DIE Uranleitung finde ich auch nicht, nur jede Menge Ideen...

Teil 1 ist ungefähr einen Meter lang

...und doch wieder Rollränder...

Am 4. Tag waren dann 200gr. verstrickt und mein Schal fertig!

Am Ende waren weniger als 50cm Garn übrig, so dass auch das Ende sehr ... kreativ ist und nicht gemäß Muster abgenommen wurde...

Sieht man bei den Röllchen eh nicht!

Erkältung so gut wie überstanden, Schal fertig! Ich mag die Farben! Das Garn (70% Polyacryl, 30% Wolle) lässt sich super verarbeiten, ich habe mit uralten Holzstricknadeln gearbeitet.

Mal sehen, ob ich nochmal ein anderes Muster versuche und hoffe, dass es sich dann nicht so rollt.

Herzliche Grüße

Anika

 

Nachtrag / 11. April 2023

Noch ein paar Bilder mit einem ausgebreiteten Baktusschal: 



Er trägt sich sehr schön - vielleicht kaufe ich mir die Wolle nochmal und starte einen neuen Versuch ;-)
 

Mittwoch, 22. Februar 2023

Ein unfertiger Schatz - ein Erbstück

Schon wieder habe ich bei meinen Eltern einen Schatz gefunden, passiert mir irgendwie häufiger ;-)
Jetzt sind es bestickte Stoffstücke, die zu einer Decke zusammengesetzt werden sollen. Das habe ich im ersten Moment falsch verstanden, weil eine "Decke" für mich etwas zum Kuscheln ist. Meine Mama meinte jedoch eine "Tischdecke". Gestickt von wem, ja von wem eigentlich? Das weiß sie leider auch nicht mehr so genau, nur daß ihre Mutter, also meine Oma, es auch schon geerbt hat. Es könnte von einer ihrer Grosstanten sein, die war auch sehr bewandert in Handarbeiten. 
 
Es gibt 9 Quadrate mit Kreuzstich und wohl einem Kettenstich bestickt, sowie zwei verschiedene Spitzen, die eingesetzt werden sollten bzw. den Rand der Decke bilden sollten. 
 

So scheint uns das Muster am logischsten, mit den Weintrauben als Mitte.

Mit Blitz versucht...

... und mal ohne. Denn die Stoffe sind im Laufe der Jahre ziemlich vergilbt, obwohl meine Mama es schon alles mal gewaschen hatte.

Hier liegen links die Randspitze und zwischen den Teilen die Mittelspitze.

Hier sieht man auch gut, dass schon ein Rand mit der Nähmaschine genäht wurde. Ich deute es als Bügelkante, an die die Spitzen angenäht werden.

Hier habe ich dann auch mal versucht, die Kanten zu falten und die Spitze passen dazwischen zu platzieren. Ich denke, ich werde es alles nochmal waschen und dann nach ... ja, nach wie vielen Jahrzehnten denn eigentlich? ... wirklich mal zusammennähen.


Oder was sagt ihr? Soll der Schatz weiter im Schrank "versauern" oder doch mal genäht werden? Ich hoffe, die Spitzen reichen. Das muss ich vorher genau ausmessen, sonst wäre es schade drum...

Ich werde berichten!

Herzliche Grüße
Anika

Freitag, 17. Februar 2023

Noch ein Kragenpulli für mich *glitzerglitzer*

Noch vor Weihnachten habe ich mir Stoffe gekauft, die evtl. noch zu einem Weihnachtspulli werden sollten - es glitzerte so schön. Da ich das nicht mehr geschafft habe, wurde der Pulli halt im Januar genäht. 

Die "Faye" von Pattydoo mit Colorblocking-Muster gefiel mir richtig gut, so dass ich nach dieser Version noch einmal das Schnittmuster hervorgeholt habe. 

Fertig zugeschnitten ist schon mal! Zu dem Zeitpunkt war ich mir über Kordel und Bündchen noch nicht sicher, daher liegt auf dem Bild meine Auswahl dabei.

Fünffarbige Lederkordel oder doch lieber einfarbig in blassrosa?

Dunkles Bündchen in lila oder doch das in altrosa? 

Sehr viele Schnittteile wurden wieder zusammengesetzt - der Kragen ist etwas aufwändig.

Da war dann zumindest schon mal die Entscheidung für das Lederflechtband gefallen.

ALLE Farbübergänge mit der Nähmaschine vorgenäht, bevor ich mit der Overlock drübergenäht habe. Und ausgerechnet vorne zwischen VT und Ärmel gibt es einen Versatz...

... den man in der Gesamtansicht gar nicht (... wenig...) bemerkt. Und mein kritisches Auge sieht es auch schon nicht mehr...

Letztendlich hat meine Junior-Farb- und Stylingbeauftragte dazu geraten, die Bündchen aus demselben Sweat zu machen und nicht noch eine andere Bündchenfarbe einzubauen. Okay, dann manchen wir das! War mir für unten wieder zu langweilig, also habe ich in creme einen Beleg angenäht, nach innen geklappt und doch nur gesäumt.

Hier muss ich dazusagen, dass der Lurexglitzer ein wenig kratzig ist. Da würde ich beim nächsten Mal wohl wieder einen glatten Sweat für das Krageninnere nehmen. Die andere Faye trägt sich da angenehmer.

Der Beleg in creme am Saum des Pullis, nur umgenäht mit einem Wellenstich.

Die Kordelenden habe ich mal in einem Schmuckversand gefunden: ein Metallröhrchen mit einer Art Clip, in dem man die Kordelenden einklemmt und die Hülse drüberzieht. Etwas fummelig, zumal mit den fünf Lederbändern, die dann gerne auseinanderdröseln wollten. Eine Seite mit Bastelkleber versucht zu fixieren, bei der anderen Seite habe ich dann das Klebeband drangelassen... Die erste Wäsche ist überstanden und die Kordel war in einem Wäschsäckchen fixiert - hat gehalten!


Wieder großzügig eingekauft - die Reste könnten nochmal für einen geteilten Pulli reichen. Mal sehen, was ich mir da für einen Schnitt ausgucke...

Oh, hatte ich schon geschrieben, dass ich den Pulli und die Ärmel um jeweils 6cm verlängert habe? Das war an den Ärmeln nicht unbedingt notwendig, dort hätten vielleicht auch 4cm gereicht. Aber so sind die Ärmel wirklich schön lang und gehen über die Handgelenke!

Herzliche Grüße

Anika

Samstag, 21. Januar 2023

Ich teste eine Nähmaschine: Veritas 8014/4140

Ich habe es wieder getan. Ich habe eine neue, gebrauchte Nähmaschine gekauft. Obwohl mein Schatz mir schon vor mehreren Jahren ein Limit von... ich weiß gar nicht mehr, wie vielen... Nähmaschinen im Haushalt gesetzt hat. Waren es vier? Oder fünf? Naja, ich bin jedenfalls drüber...

Also kurz gesagt hatte ich einige Anfragen für Anfänger-Nähkurse von Teilnehmern, die alle noch keine Maschine haben, die ich aber gerne in einen Kurs stecken möchte. Zwei Maschinen habe ich ja schon, die Privileg 485 von 1978 und die Singer Samba 5 von 1988. Die neue passt ganz toll in die Reihe, sie ist nämlich von 1983 - genau in der Mitte! 

Gefunden habe ich sie über Ebay Kleinanzeigen, bin einen Nachmittag also hingefahren und hatte ein sehr nettes Gespräch mit der Verkäuferin. Sie erzählte, dass ihre Mutter sie 1984 für sie in der DDR gekauft hatte und "ganz lange dafür anstehen musste". Sie selbst hat bis vor einiger Zeit noch drauf genäht, hat aber wohl parallel auch noch eine neue Maschine in Gebrauch. Nun sollte ihr Schätzchen aber doch weg. Als ich ihr dann von meinem Plan für die Kinderkurse erzählte, war sie ganz begeistert und freute sich, dass ihre treue Maschine in so gute Hände kommt. 

Nach einem ausgiebigen Test bei ihr zuhause habe ich auch gar nicht groß verhandelt, nach der emotionalen Geschichte sowieso nicht mehr. Ein Manko hatte die Maschine - der Transporteur ließ sich nicht mehr versenken. 


Gerade angekommen, mit Zubehör, einer Kiste voller Unterfadenspulen und... 

... einer Original Kiste mit ursprünglich 100 Nähmaschinennadeln!

Die Veritas stand nur einen Tag im Wohnzimmer, da juckte es meinem Schatz schon in den Fingern und er fragte, was denn nun das Problem sei. Wir haben die Maschine also geöffnet, uns gemeinsam angesehen und mit ein wenig Öl und Kraftaufwand ließ sich auch der Transporteurhebel wieder bewegen und das Problem war behoben!

Das war wenige Tage vor Weihnachten. Im neuen Jahr habe ich mich dann intensiver mit ihr beschäftigt, sauber gemacht und getestet.


 Man könnte die Maschine in einen entsprechenden Tisch einbauen und den unteren Kasten weglassen, wie es früher oft üblich war. Mit dem Kasten drunter kann sie wie eine normale Tischmaschine genutzt werden. Wenn das Oberteil, die eigentliche Maschine nach hinten geklappt wird, kommt man an das Gestänge des Motors heran und könnte so auch z.B. einfacher den Unterfaden einlegen. 


Die Kabel und Stecker brauchten auch ein bißchen Pflege - Schmutzradierer sind übrigens toll dafür!


 So schön mir das Stichbild bei der Verkäuferin vorkam, ich bin doch nicht so ganz zufrieden. Für einen Geradstich sieht mir das Nahtbild doch zu unruhig aus. Ich werde nochmal andere Nadeln testen und sie erstmal im Nähkurs einsetzen. Aber vielleicht braucht sie doch mal eine Inspektion, mit knapp 40 Jahren ist sie ja doch schon eine ältere Lady ;-)

Auch das Stichbild hier ist nicht ganz so schön gerade, wie es vielleicht sein sollte.

Mit dem Rad oben lassen sich die Stiche einstellen, der Wahlhebel für weiße oder rote Stiche ist oben auf der Maschine. Rechts unten wird die Stichlänge eingestellt, die Breite kann man nicht stufenlos einstellen, sondern nur die unterschiedlichen Breiten für Zickzack mit dem Wahlrad auswählen. Der Schalter am Stichlängenrad ist zum Rückwärtsnähen, der Schalter daneben um den Transporteur zu versenken oder einzuschalten. 

 

Ich bin ja immer für schöne Zierstiche zu haben und diese gefallen mir für eine einfache Maschine richtig gut. Besonders die Welle beim B hat es mir angetan. 

Die alten Fadenspannungen sind mir immer noch ein Rätsel: woran sieht man dort bitte, auf welche Zahl eingestellt ist? Ganz oben, sozusagen auf 12 Uhr oder wie? Bei ihr hier habe ich das Gefühl, dass ich überhaupt keine Spannungsscheiben innen erkennen kann und daher nicht weiß, ob wirklich richtig eingefädelt ist. Aber das muss ich mir wohl noch genauer ansehen.

Anleitung und sogar der Garantieschein sind noch vorhanden und in gutem Zustand!

Es gehört noch ein Anschiebetisch dazu, der sich aber wegen mindestens zwei abgebrochenen Nasen nicht mehr in die Maschine einhaken läßt.

Die Nasen stecken scheinbar hier noch im Rahmen der Maschine.


Außerdem wird der Anschiebetisch auf eine Art in den Kofferdeckel eingeklemmt, die sich mir nicht erschlossen hat. Dadurch ist er vermutlich auch verzogen, so dass er mehr an die Maschine passt.


Bis ich die Maschine im Kurs einsetze habe ich noch etwas Zeit und probiere sie vielleicht nochmal aus, damit ich sie dem Teilnehmer dann auch wirklich erklären kann.
 
Zur besseren Unterscheidung meiner alten Schätzchen habe ich mir überlegt, dass sie Namen bekommen sollen. Keine Firmenbezeichnungen und Nummern, sondern die Namen ihrer Vorbesitzerinnen. Wir hätten dann also Gisela, Ines und Eva ;-) Wenn meine Nähkurse doch schon so klingende Namen wie Anemonen, Brombeeren, Clivien, Dahlien, Edelweiße udn Freesien haben, können meine Nähmaschinen doch Vornamen verpasst bekommen! Nur noch die Namen plotten und aufkleben...
 
Herzliche Grüße
Anika