Nachtrag zum Posting von gestern: Eine Beschenkte war so begeistert über meine Weihnachtstüten, daß sie heute Vormittag gleich 4 weitere Tüte geordert hat, die sie selbst verschenken möchte! Yeah!
Also habe ich heute Lebkuchen-Nachschub gekauft und weitere 4 Sets gebastelt - es war auch noch ein "Eilauftrag" bis morgen Mittag ;-) Alles kein Problem...
Die neuen Tüten sind etwas anders geworden, da ich keine schlichten Papiertüten mehr hatte, sondern nur noch 3er Sets vom Drogeriemarkt - aber auch die gefallen mir persönlich sehr gut. Wobei ich wohl mal über eine andere Druckversion der Geschichte nachdenken könnte. Diese Rollen rutschen doch recht leicht unter dem Band hervor... Aber falten und IN die Tüte packen gefiel mir auch nicht... also das Falten sieht einfach nicht so schön aus *hmm*
Heute war für uns ein Tag mit vielen Terminen und wenn man dann auch noch verschläft, läuft ja alles verquer... Ich habe mir eine neue Brille bestellt, mußte aber meine Sehschärfe kontrollieren lassen, das hat ziemlich lange gedauert. Aber zufälligerweise habe ich meine liebe Nachbarin beim Optiker getroffen, so daß mein Mann (nachdem wir zusammen ein neues Gestell ausgesucht hatten) nach Hause gefahren ist - um 12 Uhr ist ja der KiGa aus, und ich bin mit M. noch in der Stadt geblieben! War noch im Stoffladen, damit der Weihnachtswichtel weiterarbeiten kann - es fehlt noch ein bißchen was. Und ein neues Oberteil habe ich mir in einer schließenden Filiale von NKD auch noch gegönnt...
Völlig verbaselt bei dieser Aktion habe ich aber, daß unser Töchterchen um 13:45 Uhr aber wieder am KiGa sein muß, damit die Kinder den örtlichen Seniorennachmittag mit ihrer Gesangsperformance begleiten können! So mußte mein lieber Ehemann heute also das Kochen übernehmen, ich war pünktlich zum Wegbringen der Tochter wieder zuhause und alles hat wieder gepasst! Der große Sohn durfte glücklicherweise 15min früher aus dem Ganztagsangebot gehen, damit er mit seinem Papa ins Weihnachtsmärchen nach Hamburg fahren konnte. Während er nach Hause kam, bin ich um 15:15 schon wieder zum KiGa gefahren, um's Töchterchen wieder abzuholen... Was für eine Fahrerei heute!
Nachmittags haben wir dann noch 2 Keksteige angerührt, die momentan im Kühlschrank auf die Weiterverarbeitung morgen warten... Achja, gebastelt habe ich ja auch noch... Der morgige Tag wird ähnlich "aktiv" - morgens fahren die KiGa-Kinder ins Weihnachtsmärchen und ich übernehme einen Teil des Fahrdienstes. Naja - und nachmittags dann Kekse backen...
Wenn ihr schon bis hierher gelesen habt, freut ihr euch bestimmt auch noch auf eine kleine Geschichte zum Einschlafen ;-) Diese Geschichte habe ich in ein oder zwei meiner Weihnachtstüten gepackt, ich wollte ja auch ein wenig Abwechslung reinbringen und nicht überall dasselbe reintun!
Die Geschichte von dem
Lebkuchen
Das
ist nun schon viel hundert Jahre her, da hat in Nürnberg, der berühmten Stadt,
ein dicker runder Bäckermeister gewohnt.
Aber nicht nur aufs Backen verstand er sich, er war auch ein grundguter Kerl.
Das Herz tat ihm immer weh, alle Jahre, wenn es auf Sankt Nikolaustag oder
Weihnachten zuging.
"Du liebes Christkind", brummelte er, "was soll ich diesmal nur
Leckeres backen, dass du es den Kindern bringst? Immer Brot und nur Brot und
nichts als Brot, das geht doch nicht! Ach, was mach ich nur, ich armer, dicker,
runder Bäckermeister?"
Er besann sich hin, besann sich her. Dann aber - die Hagebutten wurden schon
rot und die Haselnüsse braun und der Wind schüttelte die Kastanien von den
Bäumen - kaufte er sich ein Notizbuch, packte seine Siebensachen und befahl der
Katze, sie solle die Mäuse kurz halten, damit sie ihm nicht das ganze Mehl für
die Weihnachtsbäckerei wegfrässen.
"Denn ich will doch sehen, was es sonst noch zu backen gibt als Brot und
immer noch mal Brot."
Er schloss die Tür hinter sich ab und wanderte hinaus in die Welt.
Zuerst kam der dicke runde Bäckermeister nach Regensburg. Aber soviel er sich
auch umschaute, hier gab es nur Brot und Regensburger Würstchen. "Nichts
für mich!" dachte er und machte, dass er nach München kam. Aber die
Münchner Salzbrezeln, damit konnte er nun mal gar nichts anfangen. Zu
Weihnachten Salzbrezeln? Das wäre ja noch schöner!
So tippelte der dicke runde Bäckermeister weiter, immer noch war sein Notizbuch
leer. Nach Frankfurt kam er, da machten sie nur Frankfurter Würstchen und
Apfelwein. Sogar in der Kaiserstadt Aachen gab es die Aachener Printen damals
noch nicht. Auch in Köln nur Käsebrötchen, die "halbe Hähne" hießen,
und nicht mal in Amsterdam backten die Leute Spekulatius.
Aber der Bäckermeister ließ den Mut nicht sinken und wanderte ostwärts.
Die grosse Stadt Berlin, ja, die stand damals noch gar nicht!
Nur Wald und Sumpf. In dem Wald aber traf er einen uralten Einsiedler.
Der lebte von Eicheln und Haselnüssen. "Am besten gehen sie mal nach
Wien", sagte der Einsiedler zu dem Bäckermeister.
"Da soll`s Wiener Würstchen geben, fabelhaft!"
Aber der dicke runde Bäckermeister hatte nun genug.
"Es hilft alles nichts", dachte er, "ich will lieber zurück nach
Nürnberg!"
Er wanderte einen Tag um den anderen. Da endlich kam er in die böhmischen und
bayrischen Wälder. Als es Abend wurde und Nacht, traf er zum Glück auf ein
Häuschen. Das stand tief unter den dunklen Fichten. Dicht neben dem Häuschen
war ein grosser, schwarz verräucherter Backofen. Oh, so etwas gefiel dem dicken
runden Bäckermeister!
Er klopfte bei dem Häuschen an, klopfte noch einmal und noch einmal. Da endlich
wurde es lebendig drinnen.
Die Tür ging auf, und darin stand eine uralte Frau, die krächzte: ”Mitten in
der Nacht? Das sind mir ja feine Manieren!
Ich bin nämlich die Waldfrau, und mit mir ist nicht gut Kirschen essen!”
So schimpfte sie, fuchtelte mit ihrem Krückstock und wackelte mit dem Kopf.
"Keine Angst, Mütterchen", sagte der brave Bäckermeister. "Ich
bin müde vom langen Weg. Ein Eckchen auf der Ofenbank habt ihr sicher für
mich?”
"Hunger hast du wohl auch?" knurrte die Alte. "Scher dich! Ich
hab nichts wie Lebkuchen und Pfeffernüsse, und du glaubst gar nicht, wie satt
ich es bin, das süße Zeug!"
Der Bäckermeister riss Mund und Augen auf. "Was habt ihr? Süße Lebkuchen
und süße Pfeffernüsse? Sagt das noch einmal!" "Du hast wohl
Rattennester in den Ohren?" giftete die Waldfrau. "Lebkuchen und
Pfeffernüsse! Lebkuchen und Pfeffernüsse! Lebkuchen und Pfeffernüsse!"
Dem Bäckermeister rollten vor Freude die dicken Tränen herab. "Dann ist ja
alles gut", "ich hab nämlich nur Brot".
"Was hast du?" schrie die Alte, "bist du verrückt? Brot hast du?
Ich weiß nicht einmal, was Brot ist! Sag, ist das süß oder sauer?"
"Brot? Das ist mehr sauer", sagte der Bäcker.
"Sauer?" rief die Waldfrau. "Sauer ist Brot? Oh wie lecker, wie
lecker!"
Und sie packte ihn bei der Hand und riss ihn mit in den Hausflur, dass er fast
der Länge nach hingeflogen wäre.
Bald aber saßen sie zusammen auf der Herdbank. Der dicke runde Bäckermeister
kramte alles, was er zu essen bei sich hatte, aus der Tasche. Die Alte stopfte
das Brot Brocken für Brocken in den Mund, schlang wie ein Wolf, schmatzte und
schluckte.
Und der Bäcker verdrehte die Augen vor Wonne und aß süße Lebkuchen und
Pfeffernüsse.
"Nun hab ich`s, wonach ich suchte", sagte er "und brauche nicht
mehr durch die ganze Welt zu rennen. Denn du, Waldfrau, sagst mir doch gewiss,
wie man die Dinger mischt und mengt, buddelt und knuddelt. Und wieviel Zucker
und Salz, Butter und Schmalz, Pfeffer und Zimt und was sonst dazu gehört. Dafür
verrate ich dir das mit dem Brot!”
Da freute sich die Alte, tanzte wie ein Brummkreisel im Häuschen herum,
verlangte neues Brot, mampfte und pampfte, und zwischendurch wisperte sie dem
Bäckermeister zu, wie man Lebkuchen und Pfeffernüsse backt.
Der dicke runde Bäckermeister aber hatte bald sein Notizbuch vollgeschrieben
und die Rezepte für sechserlei Brot der Waldfrau mit Kreide auf die Tür
gekritzelt.
Früh am Morgen dann wanderte er weiter und kam gerade heim, als es zu
weihnachten anfing.
Zu Hause war auch alles in schönster Ordnung. Die Katze war auf dem Posten
gewesen, und die Mäuse hatten keine guten Tage bei ihr gehabt, gut und
schneeweiß war das Mehl.
Noch am selben Tag fing das Backen an: Lebkuchen und Pfeffernüsse und noch
einmal Lebkuchen und Pfeffernüsse.
Die Leute der Stadt Nürnberg waren sehr verwundert. Denn alle Abend, sowie es
dunkelte, ging’s los, klingklang, durch alle Gassen.
Das waren die Weihnachtsengel mit ihren Schlitten. Kam einer mit einem vollen
Sack aus dem Bäckerladen, so hielt schon der nächste, brrrr!, sein Pferdchen an
und stieg aus.
Ein Duft aber nach süßem Backwerk und Engelsflügeln hing über der Stadt. Und
tausend Heiligenscheine glitzerten blau, silbern und golden durch den Schnee.
Seht, so kamen die Nürnberger Lebkuchen und die Pfeffernüsse in die Welt und in
jedes Weihnachtshaus.
Das Märchen ist nun aus.
von Wilhelm Matthiessen
Herzliche Grüße
Anika